Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292245
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Oberimlien. 
Venediger 
Schule. 
besonders aber die beiden letzten copirten die Werke des Va- 
ters, der sie in den Feinheiten der Kunst, welche er anwen- 
dete, unterrichtet hatte, dergestalt, dass viele ihrer bei seinen 
Lebzeiten und nach seinem Tode gefertigten Abbilder seitdem 
die Kenner tauschten und für Urbilder Jacopo's gehalten 
wurden. Doch erfanden auch alle, und der älteste, Franc esco, 
der sich in Venedig niederliess, gab davon die besten Beweise 
in den aus den Jahrbüchern Venedigs dargestellten Geschicht- 
bildern im grossen Palast. Er steht Paolo und Tintoretto 
nahe und hält sich neben ihnen. Der Vater half ihm viel mit 
seinem Rath, begab sich zu ihm, liess ihn, wo es nüthig war, 
die Tinten verstärken, die Perspective verbessern und die letzte 
Hand an die Arbeit legen. Man sieht im Sohn deutlich des 
Vaters Schwung und Styl, nur, nach dem Urtheile der Kenner, 
manchmal übertrieben, besonders in den Schattenstellen. Auch 
schöne Altarbilder malte Francesco, wo er jedoch gewöhn- 
lich minder kräftig, als der Vater ist, wie man an dem Para- 
diese in Gesii zu Rom, oder am" heil. Apollonius zu Brescia 
sieht, einem der schönsten Bilder, welches die Fremden in der 
S. Afrakirche bewundern. Er würde es auch noch weiter ge- 
bracht haben; aber in seiner düstcrn Schwermuth verlor er 
zuweilen Kopf und Zeit, bis er sich, noch in Jugendfrische, ver- 
zweifelt aus dem Fenster stürzte und umkam. 
Die von ihm im herzoglichen Palast und anderwärts un- 
vollendet gelassenen Werke vollendete der drittgeborenc Lean- 
dro; ein berühmter Künstler, der dieselben Grundsätze befolgte, 
nur aber wegen seiner häufigen Uebung in Bildnismalerei in 
den Köpfen urkriiftiger und in Führung des Pinsels eher an 
Jacopos ersten, als zweiten Styl erinnert. 'Ausserdem hat er 
mehr Schillerfarben und nähert sich der Manierirtheit seiner 
Zeit. Sein bestes Werk, das ich gesehen, ist in S. Francesco 
zu Bassano die heil. Katharina von Ü. L. F. unter andern, auf 
den Stufen des Thrones vertheilten Heiligen gekrönt; Figuren 
über die "gewöhnliche bnssaner Grösse. Gross sind auch in Ve- 
nedig die in Lazarus Auferstehung alla Caritä, und in der Ge- 
burt U; allerheiligsten Maria in S. Sofia, und viele andere in' 
Venedig und dessen Gebiete. Wer des Vaters Bilder gehörig 
kennt, stösst oft bei Leandno auf Ilausdiebslähle, sieht oft
        

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