Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292229
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Oberindien. 
Venediger 
Schule. 
Martham, des Pharisäers, des Schlemmers Gastmahl mit einem 
Prunke von Kupfergeschirr, die Arche Noah's, Jakobs Rück- 
kehr, die Engelverkündigung an die Hirten, mit sehr vielen 
Thieren, die Königin von Saba, oder die drei Magier mit kö- 
niglicher Pracht in Sammt und reichen Stoffen, die Verhaftung 
oder Beisetzung U. H. bei Fackellicht. Sind es Weltliche Bil- 
der, so sind es bald Vieh- und Kupfergeräthmürkte, bald lünd- 
lliche Beschäftigungen in Gemiissheit der Jahrzeiten, bald ohne 
Menschengestalten Küchengeräth, ein Hühnerhof, oder derglei- 
chen. Und nicht nur die Geschichten, oder Compositionen 
kehren in den Gallerien wieder, sondern auch die Gesichter, 
die er gern aus seiner Familie nahm, wie er denn eine seiner 
Töchter bald" als Königin von Saba, bald als Magdalene, bald 
als Bäuerin, welche Hühner in den Stall trägt, bekleidete. 
Auch ganze Gemälde habe ich gesehen, die Bassanrfs Fa- 
milie heissen, bald in kleinem Verhältnissen, bald in grössern. 
Von der ersten Art sah ich eins in Genua bei Ambros. Du- 
razzo, wo die Töchter des Malers mit weiblichen Arbeiten 
beschäftigt waren, ein kleiner Knabe spielte und eine Dienerin 
ein Licht anzündete. Von der zweiten Art ist eins im medi- 
eeischen Museum, ein Tonspiel. 
Mit dieser Behandlung belegte er zwar die Armuth seiner 
Einbildungskraft, schaffte sich aber bedeutenden Vortheil; näm- 
lich durch so häulige Wiederholungen derselben Gegenstände 
ertheilte er ihnen alle Vollkommenheit, die ihm möglich war. 
So ist die Geburt U. l-l. zu S. Giuseppe in Bassano hinsieht- 
lieh der Kraft der Tinten und des Helldunkels nicht nur Ja- 
copo's, sondern beinah der neuem Malerei Meisterstück. Eben 
so das Begräbnis Christi im Seminarium zu Padua, welches 
Bild Mad. Patin unter den Bildern berühmter Maler 
stechen liess, weil sie kein anderes kannte, das soviel Rührung 
und heiligen Schauer einflösste. So endlich N0ah's Opfer zu 
S. M. Maggiore in Venedig, wo alle vierfiissige Thiere und 
alles Geflügel beisammen sind; welches Tizian selbst so be- 
wunderte, dass er ein Abbild davon für sein Studium kaufen 
wollte. 
Darum sind auch Bassanws Arbeiten aus einer gewis- 
sen Zeit und mit dem grössten Fleisse ausgeführt, höchst 
schätzbar und werden thener bezahlt, wenn sie auch nicht ganz
        

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