Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292214
Zweiter Zeitraum. 
Giorgione, Tiziano, Tintoretto etc. 
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Verci, den Geschichtschreiber der trevisaner Mark  der 
V0lpati's Handschrift benütztc 52). 
Anfangs strebte Jacopo nach Grossheit des Styls, zeigte 
auch Anlage dazu in einigen Gemälden, welche noch am Gie- 
bel des Hauses Michieli vorhanden sind, wo vorzüglich ein 
Simson, der die Philister tödtet, gelobt wird; Arbeiten, die 
nach Mich elangelws Wildheit schmecken! Mochte ihm nun 
aber die Natur, oder sein Nachdenken rathen, er beschränkte 
sich nachher auf kleinere Verhältnisse und minder kräftige, 
oder gewaltige Gegenstände. Seine Figuren sind auch auf Al- 
tixrblüttern zumeist weit unter natürlicher Grösse und nie sehr 
lebendig, so dass Jemand sagte, bei Tizian wären auch die 
Greise munter, bei Bassano selbst die Jünglingeschiverfällig. 
Jene edeln Bauwerke, welche die Bilder der Venediger Schule 
S0 grossartig machen, sieht man bei ihm nicht; er scheint ab- 
sichtlich Gegenstände aufzusuchen, wo er Kerzenlicht, Hütten, 
Landschaft, Vieh, Kupfergeriith anbringen konnte; alles Dinge, 
die er stets vor Augen hatte und staunenswerth darstellte! An 
Gedanken war er beschränkt und wiederholte sich daher leicht, 
was wieder in seiner Stellung lag; denn in grossen Haupt- 
städten strömen den Künstlern und Schriftstellern Gedanken 
zu, in kleinen vermindern sie sich. Dies alles kann man an 
seinen Zimmergemiilden sehen, welche seine liebte Beschäfti- 
gung waren; denn grosser Altarbilder hat er nicht viele ge- 
malt. Er arbeitete gemächlich auf seinem Zimmer und fertigte 
mit l-Iülfe seiner Schüler einen ziemlichen Vorrath in verschie- 
dener Grösse, sendete sie dann nach Venedig und zuweilen auf 
die besuchtesten Nlcssen; daher die Menge von Bassani, welche 
nicht zu haben für Gallerien unehrenvoller ist, als zu haben 
rühmlieh. Hier sieht man fast immer dieselben Gegenstände 
wieder, Begebenheiten aus dem alten und neuen Testamente, 
L 
51) Notizie intnmn ulla vila e alle upere ddpittari, scultori ed 
mlnglizzlorz" della cillfz dz" Bnsszmo, Venez. 1775. 8. Q.  
52) La verilä pitloresca, MS. beim G1". GiusePPe Remom 
flini-  L. Auch dies ist einer der gleichgültigsten Maler, der 
III allen geinell Bildern eine knieende, von hinten gesehene Figllf 
Iinbringt und selbst in heiligen Gegenständen, wie der Geburt Chntx, 
das Vieh zur Hauptsache macht, Wir wollen 1m solche Bilder im- 
mer fern hallen. X Q.
        

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