Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292191
Zweiter Zeitraum. 
Giorgione, Tiziano, Tintoretto etc. 
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der Zeit, zu welcher er lebte, wol Tintorettws Unterricht 
selbst hätte geniessen können, wenigstens aber doch ihn aus 
seinen Werken schöpfte, Johann Rotenhammer aus Mün- 
chen. Er kam mit einem mässigen Vorrath von Kenntnis, den 
91' bei einem schwachen Maler daheim gesammelt hatte, nach 
Italien, nahm in Rom zu und bildete sich in Venedig hauptsäch- 
lich nach Robusti aus. Dort liess er, sehr geachtet, agli. 
lncurabili eine heil. Christine, in S. Bartolommeo eine Ver- 
kündigung, und, wie man glauben darf, andere Arbeiten in 
Privathäusern. Als er nachher mit vielem Vermögen nach Eng- 
lind kam, und doch arm starb, ward er von Almosen, welche 
die Venediger einsammelten, begraben. Und, wie Zanetti 
Sagt, betraten nicht viele Andere diesen Weg, vielleicht Weil 
es damals lieblichere Arten zu malen gab. Ridolfi dagegen 
bezeugt, dass im Ablaufe des Jahrhunderts alle jungen Leute 
sich nach ihm bildeten, und wenn wir von den Manieristen 
handeln werden, werden wir sehen, dass diese Schule ihn als 
ebersten Meister anerkannt. 
Gehen wir nun aber zu der bassanisehcn Schule über! 
Jacopo da. Ponte, Sohn jenes Francesco, der im 
vorigen Zeitraum unter den'guten Malern des 15. Jahrhun- 
derts gelobt wurde, kam kurz nach Tintoretto zur Welt 
und ward von dem Vater in die Kunst eingeweiht. Seine er- 
Sten Arbeiten in der Bernardinkirche daheim tragen auch das 
Gcprüg dieser Erziehung. Er kam nach Venedig an Boni- 
fazio empfohlen, der eben so eifersüchtig auf seine Kunst 
war, als Tizian und Tintoretto, so dass Jacopo ihn nur 
verstohlen durch die Thürritzen seines Arbeitzimmers malen 
Sah. Er blieb nicht lange in Venedig, übte sich in Zeichnun- 
gen nach Parmigianino und Copien nach Bonifaziws 
und Tizian's Gemälden, zu dessen Schüler ihn auch eine 
Handschrift macht. Reichte dazu die Gleichförmigkeit der Be- 
handlung hin, die freilich ein missliches Zeichen ist, so müstte 
man es glauben; so Tizianisch ist Jacop0's zweiter Styli 
In Seiner Vaterstadt sind Gemälde von ihm selten, z. B. eine 
Flucht nach Aegypteir zu S. Girolamo, und eine Geburt des 
Erlösers beim Dr. Larber; Jugendwerke Jacopo's, die aber 
der Malerei durch ihren Reiz einen zweiten Tizian vor? 
ßpraehen.
        

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