Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292172
Zweiter Zeitraum. 
Giorgione, Tiziano, Tintoretto etc. 
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sind die wahren Tintorctti nicht häufig, in Venedig aber 
nicht selten, und was, xwenn man es bei Ridolfi lieset, min- 
der wahr scheint, dass nämlich Tintoretto mit der Feinheit 
eines Miniaturmalers gearbeitet, bestilttigt sich dort thatsäch- 
llßb. Das edle Haus Barharigo in S. Polo hat eine Susanna 
dieser Art von ihm, wo in einem kleinen Raume ein Lusthag 
mit Vögeln und Kaninchen und was nur einen Lustort bilden 
kann, durchgängig, auch in den Figuren ileissig und vollendet ist. 
Von seiner Schule ist wenig zu sagen. Keiner war darin 
besser, als Domenico Tintoretto, Jacopcfs Sohn. Er 
folgte seines Vaters Spur, aber wie Aseanius der des Ae- 
neas, nämlich non passibus aequis. In den Gesichtern, im Co- 
lßrit, im Einklang ist grosse Aehnlichkeit; aber im Genius 
gfüsse Verschiedenheit; und einige geistreichere Arbeiten schreibt 
man dem Vater entweder ganz, oder doch grösstentheils zu. 
Dennoch zeigt man auch von ihm viele Gemälde von weitem 
Umfang auf, und lobt besonders diejenigen, welche viele Bild- 
nisse enthalten, in welchem Theile der Kunst Zanetti ihn 
dem Vater gleichstellt. Eines davon ist in der Schule S. Marco, 
wo, wie in den übrigen Cempositionen, die Figuren mehr ge- 
spart, beharrlicher ausgearbeitet und dauerhafter colorirt sind, 
als beiJacopo. Als er sich dem Greisenaltcr näherte, neigte 
er sich zu der Manierirtheit, die, wie wir sehen werden, da- 
mals herrschte. Daran kann man zuweilen seine Bilder von 
denen des Vaters unterscheiden und den Verkäufern entgehen, 
die stets nur Jacopo im Munde führen, weil er mehr gilt. 
Dennoch malte Domenico nicht wenig für Gallerien, beson- 
llcrs Bildnisse, ausserdem aber auch mythologische und christ- 
lich geschichtliche Bilder, wo er zuweilen seinen Namen bei- 
Schrieb, wie in der reuigen Magdalena auf dem Campilloglio, 
einem Bilde von den besten Tinten. Mit Doinenieo muss 
ich auch seiner Schwester Marietta gedenken, einer so be- 
rühmten Bildnismalerin, dass Maximilian und Philipp IL, König 
Von Spanien, sie an ihre Höfe luden. Der Vater aber nahm, 
diese Anträge nie an, um sie nicht von sich zu lassen; bald 
darauf aber raubte sie ihm ein frühzeitiger Tod. 
L 
lßf, erscheinen die Gruppen 
dung vun Farbe und Platz! 
wie grosse YVolken. 
Welche Verschwen- 
rg. 
        

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