Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292123
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
und doch unterzeichnete er sich in der Incoronata Callixtus de 
Platea, und anderswo, wo er seinen Geburtsort angeben wollte, 
Callixtus Lauelensis. Auch von der Zeit seiner Blüthe meldet 
Ridolfi wenig, oder nichts. Orlandi fand unter einem 
seiner Gemälde in Brescia das Jahr 1524. leh füge hinzu, 
dass er in Lodi die Jahre 1527 und 1530, und unter der Hoch- 
zeit zu Kanaan im Speisesaale der Cisterzienser zu Mailand 
das Jahr 1545 unterzeichnete. Es ist ein Gemälde, welches 
durch Tüchtigkeit des Pinsels und Figurenmenge überrascht, 
wiewol nicht alle gleich gedacht und unter vielen, die zu spre- 
ehen scheinen, einige vernachlässigt sind 45). In derselben 
Stadt malte er in einem Vorhof den Musenreigcn und dazu die 
Bildnisse des Hausherrn Sacco und seiner Gemahlin, „von wel- 
chem Gemälde," schreibt Lomazzo, "ich, ohne mich der Ver- 
wegenheit zu befürchten, sagen kann, es sei nicht möglich, 
ein lieblicher und reizender colorirtes Bild auf Kalk zu lie- 
fern." Trat. p. 598. 
Nun folgt in der Reihe Jacopo Robusti, der, weil von 
einem venediger Färber erzeugt, Tintoretto genannt ward. 
Dieser war Tiziarfs Schüler, der ihn aus Eifersucht auf sein 
Talent bald emliess. Er trachtete nicht, wie die Vorigen, da- 
nach Tizianist zu werden, sondern vielmehr Haupt und Mei- 
ster einer neuen Schule, welche die Tizianische vervollkomm- 
nete und dasjenige annähme, was ihr fehlte; ein grosser, von 
einer gleich glühenden und erhabenen, wie beherzten Gemüths- 
art erzeugter Gedanke, welchen die Entlassung aus Tizian's 
Schule nicht entmuthigte, sondern steigerte 45). Von Armuth 
gezwungen, ein ungenxächliches Zimmer zu bewohnen, adelte er 
45) Er lebte nachher noch einige Jahre, wie sich aus der Nuova 
guida iii Milrma cun correzioni MSS. 1188 ßißll C" Hi ersieht, WOVOII 
Ritter Lazara eine Abschrift hat. Er bemerkt da, er habe in dem 
grössern, jetzt aufgehobeiiexl Kloster der lilaurizianerinnen andere 
Gemälde Piazzrvs gesehen, im Speisesaal die Fuiswäsche, und die 
Vervielfältigung der Brote auf Leinwand, und im Innern der Kirche 
drei andere evangelische Geschichten auf Kalk, die Ankunft der Ma- 
gier, die Hochzeit zu Kanaan, die Taufe Christi. Darunter Stand all! 
Jahr 1556. L. 
4G) Ob Tizinn den Tintoretto aus Neid entliess, oder weil 
dieser nicht in die Naturgemässheit seiner Kunstrichtung einging 
und nur dan Autfallende uuchte, ist doch noch eine Frage, Q.
        

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