Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292089
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
nicht geradestehende Figuren anbringen, verkürzte sie aber 
mit einer Natürlichkeit un-d Leichtigkeit, dass jeder jede andere 
Gebürde minder zusagen würde. lm Nackten haben Künstler 
etwas Unrichtiges entdeckt, was übrigens selbst bei den ersten 
Wandrnalerrx nichts Neues, hier aber ohnedies von weitem nicht 
einmal bemerkbar, oder, wenn ja bemerkbar, doch nicht viel 
anders ist, als eine zuweilen von Q. Settano verwechselte 
Sylbcnquantität, die man ihm bei so vielem Schönen seiner Ge- 
dichte lcicht verzeiht. Reicher sind seine Bilder im Dom zu 
Parma, vielleicht seine grössten und durchdachtesten Arbeiten, 
die noch neben Coreggio gefallen. ln Oel malte er einige 
Altarbilder zu S. Benedetto in Mantua; nicht alle gleich glück- 
lich! Die Geburt U. H. in der Faustin- und Giovitakirehe ist 
sein einziges öffentliches Oelgexixülde in seiner Heimat, anmu- 
thig und in manchen Zügen Raffaelisch. Von Künstlern 
wird auch eine Picta in S. Pietro zu Cremoxia geschätzt, von 
welcher mir einer, der viel nach Lattanzio gezeichnet hatte, 
sagte, er "habe nichts von ihm so gut gezeichnet, mit solcher 
Weichheit, Klarheit und Feinheit der 'l'inten colorirt gesehen. 
Dieser grosse lllaler lebte nur 32 Jahre und hiuterliess in Gio- 
vita Bresciano, auch il Brescianino genannt, einen 
guten Schüler, besonders in Wandmalerei. 
G eronim o S avold o, aus edleml-lause inBrescia, blühte 
auch um 1540, und u-urdc von Paolo Pino unter den besten 
Malern seiner Zeit gepriesen. Von wem er die Anfangsgrünrlc 
der Kunst erlernt, weiss ich nicht; Einiges, was ich in Bres- 
eia von ihm sah, beurkundet seine Lieblichkeit und Genauig- 
keit; doch weiss man, dass er sich in Venedig niederliess und 
nach Tizian arbeitend einer seiner guten Nacheiferer ward, 
nicht zwar in vielen großräumigen Werken, aber in minder 
grosscn, ausnehmend ileissig ausgeführten, was gewissermassen 
sein llauptkennzeichen ist. Damit vertrieb er sich die Zeit 
und schmückte die Kirchen unentgeltlich. Auch für Privatleute 
malte er dergleichen, die in Sammlungen "selten und kostbar 
sind. Zanetti sagt bei Gelegenheit seines Krippchens, wel- 
ches, jetzt freilich aufgemalt, in S. Giobbe sich befindet, die 
'l'inte seiner Bilder sei wahrhaft schön, und die Ausführung 
sehr sorglich. ln Venedig, sagt Ridolfi, ist er unter dem 
Nalnen Girolamo Bresciano bekannt, indem dort weder
        

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