Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291003
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
des Streits wegen, ob sie in Oel oder a tempera gemalt sind. 
Incless haben Versuche gezeigt, dass dieses Tommaso Oelma- 
lerei nicht sonderlich gewesen 3). 
Namen und iVcrke der Venediger werden nach 1300 all- 
miilig bekannt, wo theils durch Giotto's Muster, theils durch 
eignen Fleiss und Talent die Maler der Stadt und des Gebiets 
ihren Styl besserten und bildeten. Giotto war, nach einer 
von Rossetti4) angeführten Handschrift, 1306 in Padua; 
nach Vasari kehrte er 1316 von Avignon zurück, und malte 
nicht lange nachher zu Verona im Palast des Can della Scala, 
und zu Padua eine Capelle in der Kirche des Heiligen; gegen 
Ende seines Lebens ward er abermals dahin eingeladen und 
schmückte andere Orte mit seinen Gemälden. In Verona ist 
a-äiti 
3) Wir haben schon im I. Bd. dieses Werkes S. 61. Note 32 bei 
Unteruchung des Alters der Oelmalerei Thema von Modena 
erwähnt, Hier müssen wir ihn nochmals als einen ausgezeichneten 
Künstler anführen, der um so merkwürdiger für uns ist, weil er 
einen grossen Einfluss auf die Ausbildung der Malerei in Deutsch- 
land gehabt, wenn er auch nicht für den Gründer der Kunst dies. 
seits der Alpen angesehen werden kann, wie aus Vorliebe der Pater 
Federici in einen lllenmrie trevzgians behauptet. Ehen so 
wenig ist er ein Böhme, wie H. V. Mecheln sagt, der aus Unwis- 
senheit den lateinischen Namenlllutina mit Muttendorf übersetzt. 
Thomas de Mutina wurde um 1357 von Carl IV, nach Böhmen 
berufen, wo er mit Nicoles Wurmser und Dittrich (Theo- 
dorich) von Prag vieles malte. Zu Carlstein in der Capelle ha- 
ben ich viele Gemälde von ihm erhalten und eines seiner vorzüg- 
lichsten Bilder wurde in die kaiserliche Gßllerie nach Wien gebracht, 
welches er mit seinem Namen unterzeichnet hat, Er pflegte dies 
oft zu thun, wahrscheinlich um seine Arbeiten von denen der beiden 
andern Künstler zu unterscheiden. Schwerer wird zu bestimmen, 
welche Gemälde von Theodoricus und welche von tVurmser 
gemalt sind. Die Namen dieser beiden ausgezeichneten Maler haben 
sich durch eine Schenkungsurkunde Garl IV. erhalten, der ihnen das 
Freigut Morzin verlieh, Die Gemälde des Thomas von Mu- 
d ena zeichnen sich auch noch durch einen eigenthülnlichen Vortrag 
aus. Die Umrisse in den Köpfen sind breit und durch diese Linien 
die Schatten eingegeben, dergestalt, dass sie Strichen gleichen, wen-im 
in der Mitte dunkler sind und nach den Seiten sich verlaufen. In 
dem Benedictinerkloster zu Treviso findet man von Thomas 
von Modena Wandgemälde, welche nicht in Oel gemalt, sondern, 
wie seine übrigen Vllerke, mit einem Wachs- oder Oelllrnis überzo- 
gen sind. S. auch hierüber Histaire de Part pur les manulngng 
T0. II p. 117. Q. 
4) Descrizione della pill. p. 19. Neue Beweise für diese Zelt hat 
Morelli in den Anm. zur Notizia ecc p. 146. L.  Zur alten 
venet. paduaxler Schule gehört nach Kstbl. 1825 S. 9d ff der Maler 
und Kupierstecher Fogolino Marcelln. H".
        

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