Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292058
Zweiter Zeitraum. 
Giorgione, 
Tiziano, Tintoretto etc. 
111 
unter ihr der Kirehenheilige mit andern. Das Ganze ist in 
allen Theilen so vollendet geschmackvoll ausgeführt, dass man 
es für eines der besten Bilder in der Stadt hält. Ausgesucht 
ist auch in S. Andrea zu Bergamo ein Bild mit mehrern Hei- 
ligen und ein anderes ähnliches in S. Giorgio zu Verona, und 
der Sturz des heil. Paulu in Mailand, welcher ihm selbst ge- 
fallen zu haben scheint, da' er gegen seine Gewohnheit seinen 
Namen unterzeichnete. Er war ein sehr tüchtiger Bilduismaler 
und bildete in dieser Kunst Gio. Batista Moroni. 
Dieser war aus Albino im Gebiet von Bergamo, in wel- 
cher Stadt und Herrschaft viele Altar- und historische Bilder 
von ihm sind. Er hörte bis in die letzten Monate seines Le- 
bcns nicht auf zu arbeiten) Dies hat Tassi mit glaubwürdi- 
gen Urkunden bewiesen, nämlich einer langen Reihe seiner Com- 
positioncn. Dennoch ist er dem Meister nicht zu vergleichen, 
weder in Erfindung, noch Zusammenstellung, noch Zeichnung, 
worin er zuweilen eine Trockenheit hat, die den Malern des 
I5. Jahrhunderts nahe kommt. Diesen Fehler rügte schon 
Pasta an der Krönung U. L. F. in der Dreieinigkeitskirche, 
einem jedoch trefillich gemalten und verdienstvollen Werke. Wie 
dem übrigens sei, es ist gewiss, dass in wahrhafter Nachbil- 
dung, Beseelung und Belebung der Köpfe in der venediger 
Schule kein bcriihmterer Pinsel nach Tizian gewesen, der den 
Reiclisvcrwesern in Bergamo anempfahl, sich von Moroni 
malen zu lassen. Solche Bildnisse gicbt es in der Sammlung 
Carrara, bei den Grafen Spini und in andern edlen Hüusern; 
sie scheinen noch zu athmen und zu leben; die Kleidungen 
sind Tizianisch. Ist etwas daran auszustellen, o sind es 
Zeichnung und Gebärdung der Hände 41). 
Francesco Ricchino, ein Brescianer, aus derselben 
Schule ist unter Moretto's guten Nachfolgern, auch im Co- 
lßrit, zu nennen: er wollte aber auch, wie man aus seinem S. 
Pietro in Oliveto sieht, Tizian's Bilder, oder wenigstens 
Stiche benützen. Luca Mombelli folgte ihm in seinen cr- 
SWII Arbeiten; denn als er nachher zu sehr auf Weichheit aus- 
L 
_42) Auch die Dresdner Gallerie 
"WIE von Mnronfs Hand. 
kräftige Bild. 
Q. 
tremicbe 
einige
        

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