Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291996
Zweiter Zeitraum. 
Giorgione, Tiziano, Tfntoreito etc. 
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doriner ausgenommen, wenige und diese beinah in der Ge-  
schichte vergessen sind. Unter den Friaulern nennt Ridolfi 
einen Gaspero Nerv esa, welcher in Spilimberg arbeitete, 
und nennt ihn Schüler Tizians; dort ist von ihm kein er- 
wcisliches Bild; in Trevigi hat P. Federici eins entdeckt. 
Derselbe Ridolfi rühmt ganz vorzüglich Irene aus dem Ge- 
schlecht der Herrn von Spilimberg, eine gebildete Dame, 
Welche von den Dichtern des 16. Jahrhunderts um die Wette 
gepriesen wird. Aus ihrem Nachlass kamen drei kleine Gemälde 
religiosen Stolisan das edle Haus Maniago, und sind noch 
jetzt beim Grafen Fabio, der in Kunst und Wissenschaft gleich 
gebildet ist. Verständnis der Zeichnung verrathen sie aller- 
dings wenig, ihr Colorit aber ist meisterhaft, wie aus dem be- 
Sten Jahrhundert. Ein Bacchanal von derselben ist zu Monte 
Albodo bei den Herrn Claudj. Tizian malte sie; bekanntlich 
war er mit dieser Familie sehr vertraut; man hat daher ver- 
muthet, cr könne wol an der malerischen Bildung der Dame 
einigen Theil haben.  i 
Aus Trcvigi war Lodovico Fumieelli, oder vielmehr 
Fiumicelli, ich weiss nicht, ob Tizian's Schüler, der wür- 
digsten und rühmlichstcn Nachahmer einer gewiss. Bei den 
Eremitanern in Padua. ist von ihm ein meisterhaft gezeichnetes 
und colorirtes Bild am Hochaltar. Gleichen Beifall gewannen 
Bilder von ihm in seiner Heimat. Mit Bedauern vernimmt 
man, dass er den Pinsel bald niederlegte, um sich auf Kriegs- 
baukunst zu legen. Ein Nebenbuhler von ihm in Trevigi war 
ein Francesco Dominici; man kann sie im Dom der 
Stadt in den beiden Feierziigen vergleichen, die Sie elrlillldß? 
gegenüber malten. Aber auch dieser besonders in Bildnisma-. 
lerei viel versprechende Jüngling lieferte wenig, weil er in der 
Blüthe der Jahre starb. Gern füge ich zu diesen einen treff- 
lichen Schüler Tizian's und Freund, ja in manßllßlhstückell 
Nachahmer Paoloßs, dessen Name von den Geschichtschrei- 
hern sehr mishandelt wird 35). Die Kunde von ihm, wie an- 
dern Malern aus Castelfraneo, hab ich aus einer mir vom 
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B 35) Vßäßri, Zanetti, Guariexuti nennen ihn Bazzacco 11m1 
lrß-lzacco daßastelfranco; Letzter macht ilur zu einemScIIü- 
e!" des Budile.  L. 
        

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