Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291986
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
oder Sustermans gehalten wird, welcher bei Landschaften 
bald Tizian, bald Tintoretto half und ein sehr chönes 
Bild des heil. Hieronymus bei den Theresianern in Pndua hin- 
tcrlicss 34); ferner Chris t oph Schwarz und einen Deutschen, 
Emanuel. Diese nun, die sich unten Tizian zu bilden nach 
Italien kamen, brachten den Geschmack der venediger Schule 
in ihre Heimat zurück und blühten dort. Noch viel mehr Zög- 
linge aber konnte er in Spanien bilden, als er von Karl V. an 
den Hof geladen ward. Hier entstand und hielt sich auch 
wirklich eine treliliche besonders Coloristenschule. Preziado 
nennt einen D. Paolo de las Roelas, der in höherem Alter 
Priester und Canonicus ward. In der Pfarrkirche S. lsidor zu 
Sevilla wird sein Tod des Bischofs bewundert; der Styl ist 
auch ganz Tizianisch. Dem mag immerhin so seyn; aber 
Schüler Tiziams sollte man ihn doch nicht nennen, wenn 
er 1560 geboren ward, als Tizian nicht mehr in Spanien war. 
Doch, da ich die italische Malergeschichte behandele, so n-lögen 
die Ausländer hiemit nur angedeutet seyn und wir wollen zu 
denen übergehen, die in Italien geboren und wohnhaft, vorzüg- 
lich im venediger Gebiet, für Tizianisten gelten. YVir fan- 
gen mit Friaul an; obwol, da dort Pordenonew Schule 
herrschte, der reinen Tizinnisten, die schon erwähnten Ca- 
3-1) Lam herto Lombard 0 von Lüttich ist der, dessen Leben 
ein Schüler Gorlzius lateinisch zu Brügge 1565 herausgab. In sei- 
ner Jugend hiess er Suterman, oder Suytermann, lat. szmvis, 
und da. er auch ein tüchtiger Kupferstechei- war, so WELT sein Zei- 
chen bald L. L„ bald L. S, Dies iieset man auch in Orlandi und 
Andern. Aber Orlandi und der Vf. der Aiunva gUÜIIZ rh" Prulnva 
nehmen noch einen andern Lam hert mit Zunamen Sustei- auf 
Slandrarts Zeugnis S 224 an. Dieser ist Tiziaxüs und Tin- 
torettoßs Gehülfe nach Urlandi, der zwei Artikel daraus macht; 
im Ersten heisst er L am berto S uster, im Zweiten L amhert 0 
Tedesco. Derselbe Vf. nennt einen Federigo di Lamberto, 
von welchem im ersten Bande die Rede war, auch del Padovano 
genannt, und Su stris ist wol der Genitiv von Suster. Von ihm s. 
Vasari mit den Anmerkungen, Diese auf dem Unterschied vom 
lütticher Sustermann und deutschen Sustzer (welches in Italien 
abgekürzt vrorden seyn kann) und auf des nicht immer kritisch ge- 
nauen S and rar t's Ansehen beruhenden L am berti möchten wol auf 
Einen zurückkommen. Der grösste Beweis ist, dass in Venedig nur 
Ein Lamberto bekannt ist, den Ridolfi, Boschini und Za- 
ne tti ohne Zunamen anführen. Letzter hält ihn für gleich mit Lom- 
bardo. Wenn er aber in Italien, Lültivher, oder Deutscher, Su- 
ster, oder S uste rmau n hiess, was thutdns! L.
        

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