Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291954
Zweiter Zeitraum. 
Giorgione, 
Tizian, 
Tintoretlo 
etc. 
101 
Geist kund giebt; diese muntere Leichtigkeit, dies Leben und 
Geist, diese Grossartigkeit scheinen ihm ganz eigen, wicwcl 
man sieht, dass ihm Giorgioncws Kraft, Pnlm an's Zarheit, 
Tizian's Bewegung und Composition gefiel. Das Verdienst 
diäesqüinstlers wurde bald anerkannt und die Gcschichtschrei- 
her haben mehrmal gesagt, die drei damals berühmtesten wären 
Tizian, Palme und Bonifazio gewesen. Die Behörden- 
gebäude haben viel Gemälde von ihm und der herzogliche Pa- 
last hat unter andern die Vertreibung der Verlaäufer aus dem 
Tempel, welches Bild allein durch die Figurenmenge, das Feuer 
und Leben, das Colorit und die prächtige Fernung ihn unsterb- 
lich machen könnte. YVelche Göttlichkeit leuchtet aus des Er- 
lösers Antlitz, der, ein Einzelner ohne Stand, mit einer Geis- 
sel aus Stricken eine solche Menge bestürzt macht und in die 
Fhicht schlägti Und die nun auf diesen an Gold und Silber 
reichen Tafeln Geld haben, mit welcher Angst sammeln sie es,- 
mit welcher Furcht sehen sie sich um, den Streichen zu ent- 
gehen! Welche Verlegenheit in jedem Zuschauer, sei es Weib, 
Kind, aus Welcherlci Stande, die alle durch das neue Schau- 
spiel in Furcht gesetzt sind! Diesischöne Gemälde schenkte das 
Haus Contarini vor einigen Jahren der Stadt; daher iindet- man  
es beiZ anet ti nicht angezeigt. Man hat von ihm andere gross- 
rüumige Zimmergemälde mit vielen Figuren; unter diesen sind 
seine aus dem Petrarca genommenen Siegcsfeiern, die nach  
England kamen, vorzüglich berühmt. Auch in kleinen Bildern 
übte er sich; man sieht ihrer aber wenig. Eine heilige Fami- 
lie von ihm belindet sich in Rom beim Prinzen Rezzonico._ 
Die Bühne ist, Josephs Werkstatt, und während er schläft, ist 
Ü. L. F. mit weiblichen Arbeiten beschäftigt, eine Schaar En-' 
gel steht um das Jesuskind und handhabt Zimmerwerkzeng, 
einer fügt zwei Bretter in Form eines Kreuzes zusammen; ein 
Gedanke, den Albano mehrmal nachahmte! Endlich ist zu be- 
merken, dass Orlandi und Andere ihn mit Bonifazio 
Bßmbo, einem Cremoner, verwechseln, der viele Jahre früher 
lebte. Auch hat die Namensiihnliehkeit einen andern Schrift- 
"ellßr bei Gelegenheit eines andern venediger Malers getäuscht, 
de!" mit einem Luccheser verwechselt worden ist. In S. Fran- 
fescß zu Padua malte er eine sel. Jungfrau mit vier Heiligen 
"l _einem halb neuem, halb Bellinischen Style und schrieb
        

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