Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284615
Florentiner 
Schule. 
Abschnitt. 
Q7 
Ist der Mensch mit dem, was er als Kind erlernt, unzufrie- 
den, so wendet er sich gewöhnlich vom Rohen zum minder 
Rohen, schreitet dann zum Fleisigv-n und Bestimmten fort, 
macht sich von hier aus Bahn zum Grossen und Auserlesenen, 
und endet mit dem Leichten. So ging es mit der Griechi- 
schen Bildhauerei, so mit unserer Malerei. Wie nun Corege 
gio, um vom F leissigen zum Grossen überzugchen, nicht zu wis- 
Scn oder doch wenigstens nicht mit Augen zu sehen brauchte, 
dass Raffael dies auch gethan, so brauchten auch die Mi- 
niaturisten und Maler des 13. und I4. Jahrhunderts nicht zu 
wissen, wie die Florentiner die Kunst gefördert, sondern bloss 
einzusehen, dass sie selbst einen trügliehen Weg gewandelt. 
Schon dies genügte, einen bessern einzuschlagen; unbekunnl 
war er auch nicht mehr, da die Zeichnung bereits durch die 
Bildhauerei sich gebessert hatte. Wir sahen, wie schon die 
Pisaner und ihre Schüler den Florentinern vorangingen, und 
gleichsam als ihre Vorläufer eine neue Zeichnung durch ganz 
ltalien verbreiteten. Es wäre ungerecht, bei der Verbesserung 
der Malerei die Zeichnung, die einen so wichtigen Theil der- 
selben ausmacht, zu übergehen und anzunehmen, dass sie 
nichts Merkwürdiges zu ihrer Förderung gethan. Dazu, ver- 
dankte ganz Italien seine Fortschritte lediglich Cimabuo 
und Giotto, so wären alle gute Künstler aus Florenz her- 
vorgegangen. rGleichsvol finden wir, um das vielleicht ausge... 
zeichneteste Werk jener Zeit zu erwähnen, in den ersten Jah- 
ren des 14. Jahrhundert am Dom zu Orvieto Künstler au! 
vielen und verschiedenen Orten, welche gewiss nicht einge- 
laden werden wären, diesen Platz zu schmücken, wenn sie 
nicht im Rufe guter Meister gestanden hätten 43). Hätten 
aber alle Maler bloss auf diese beiden gesehen, so würde jede 
Manier der ihrer Florentixicr Schüler ähnlich seyn. Aber sie 
ist verschieden, wenn man die alten Gemälde von Pisa, Siena, 
Venedig, Mailand, Bologna, und Parma betrachtet; es sind 
andre Ideen, andere Farbemvrihl, anderer Geschmack in der 
Composition. Also ging nicht Alles von Flßfßllz aus. 
43) Ein Verzeirhniss derselben hat P. dc-Ha Valle in der Gel 
schichte diesea Tempels. E1 ist auch in der Siener Ausgabe du 
Vasari am Ende des zweiten Bandes abgedruckt. L.
        

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