Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284511
F! orenti ner 
Schule. 
Abschnitt. 
17 
war Giotto di Bordone ihr Raffael"). Die Malerei 
verschönte sich unter seinen Händen so, dass weder seine Schii- 
ler, noch andere bis auf Masaccio ihn übertrafen, oder ihm 
gleichkanlen. wenigstens an Anmuth 33). Giotto war auf dem 
Lande geboren, und Hirt; aber er war auch ein geborener 
Maler, und zeichnete bald dies, bald jenes aus seinem Kopfe, 
Ein Schäfchen, das er auf eine Steinplatte nach der Natur 
gezeichnet hatte, zog Cimabue, der zufällig in der Gegend 
war, an; er bat sich ihn vom Vater aus und nahm ihn mit 
sich nach Florenz , um ihn zu bilden; überzeugt, dass er in 
ihm eine neue Zierde der Malerei erziehen. werde. Anfangs 
ahmte er seinem Meister nach; bald aber überfliigelte er ihn. 
Eine Verkündigung von ihm bei den Vätern der Abtei ist eines 
seiner ersten Werke. Der Styl ist noch trocken; aber es ist 
eine Amnuth, und ein Fleiss darin, welcher schon die nachhe- 
rigen Fortschritte verkündigt. Die Symmetrie wurde durch 
ihn richtiger, die Zeichnung sanfter, die Färbung weicher; 
die spitzigcn Hände und spiessigen Fiisse, die schüchternen 
Augen, die noch griechischen Geschmack Verriethen, Alles wurde 
regelmiissiger. 
Von diesem Uebergange lässt sich freilich kein Grund an- 
geben, wie bei Malern, die uns näher stehen; aber geben nmß 
'es einen, nicht bloss in {dem Geiste des Künstlers, der fast 
göttlich war, sondern auch in manchen andern Fördernissen. 
Man braucht ihn nicht nach Pisa in die Schule Zll schicken, 
wie geschehen ist; die Geschichte sagt nichts davon, und ein 
Geschichtschreiber soll nicht ratheu. Noch weit weniger braucht 
man ihn bei F. Jacopo von Turrita in die Lehre, und 
ihm dort Memmi und Lorenzetti zu Mitschülern zu ge- 
ben, von welchen man ja nicht weiss, ob sie in Rom waren, 
als F. Jacopo seinen besten Styl hatte. Aber della Valle 
was Schreckenries (terribile) hätten, ohne damit eiuPn tndelndexr 
Sinn zu verbinden.  
Cimabü e's Wierke sind als die Uelwergangapuncle einer allen in 
eine neuere Zeit und Giutto erst als das ausgeborne Kind der Zeit 
zu betrachten. Q. 
32) Beide Vergleiche sind sehr gewagt. Q. 
33) Kräftig, ja großartig, nicht aber anmnthig scheinen mir 
G iottifs Werke. ' (l. 
I. m. f;
        

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