Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284492
Florentiner 
Schule. 
Abschnitt. 
hnnstmiissiger, als die Griechen. Für das Anmuthige hatfe 
er kein 'l'alcnt: seine liladonnen sind nicht schön, seine En- 
gel sehen auf einem und demselben Gemälde einander gleich. 
Wild, wie die Zeit, worin er lebte, war er in Charaktcrköpfen, 
besonders alten, sehr glücklich, und prägte ihnen etwas Star- 
kes und Erhabenes auf, das die Neuem nicht überbieten ge- 
kennt haben". Gross und ireitumgreifend mächtig in ldecn gab 
er biuster grosser Gcsehichtsbilder und stellte sie in grossen 
Verhältnissen dar. Die zwei Madonnen auf grossen Tafeln zu 
florenz, eine in der Dominiearierkirche, mit einigen Ileiligen- 
hrustbildcrn am Unterbau des Altarbildes 27), die andere in 
 'l'rinita 28;, mit den so grossartigen Prophelenbildnissen, ge- 
ben keinen solchen Begriff von seinem Style, wie die Wandge- 
mälde in der obern Kirche zu Assisi, wo er für jene Zeitrn 
bewundernswürdig erscheint; In den Geschichten aus dem alten 
und neuen Testamente, die noch übrig sind  denn nicht 
wenige davon hat die Zeit vernichtet, oder doch verderbt29)  
erscheint er als ein roher Ennius, der in den Umrissen Rö- 
mischerxEpik doch Geistesblitze hat, die einem Virgil nicht 
misfallen können. Mehr wird er auch von Vasari bewun- 
dert in den Deckengemälden; und verdientermasscn. Sie be- 
haupten sich noch immer aufziemlicher Höhe; und wiicwol in 
einigen Christus- und Madonnenliguren besonders noch viel 
Griechische Manier ist, so ist doch in den Evangelisten und 
Lehrern, welche auf Lehrstühlen die Franciseaner unter- 
richten, etwas Neues in Erlindung und Anordnung, was 
Andere nicht erreicht zu haben scheinen Die Färbung ist 
kräftig; die Verhältnisse nach Maasgabe der Ferne kolos- 
sal und nicht übel Vgehalten: kurz, die Malerei scheint hier 
zuerst zu wagen, was kaum die Mosaik sich erlaubte. Dies 
alles aber sind doch wol Fortschritte des menschlichen Geistes, 
die man in einer Geschichte nicht übersehen, Verdienste, die 
man an dem Florentiner Maler nicht verschweigen kann, wenn 
man ihn mit den Pisanern, oder Sienern yergleiehen will, 
27) Dies Madqnnexibiid ist in St. ißlariß xiovelia zu li'lorenz_ 
Q.  
28) Jetzt in der Gallerie der Akad. zu Florenz bei St. Murco. 
L. 
20) Es möchte schwer zu bestimmen seyn, weiche Malereien zu 
Assisi mit Gewissheit dem Cimabue zuzuschreiben seien. Q_ 
Dies 
Madqnnexxbild 
ist 
in 
Maria 
noveüa 
ZU
        

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