Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284473
Ilorentiuer 
Schule? 
Abschnitt. 
31 
hauptung, worüber soviel geklagt und wol auch gestritten wor- 
den ist! 
Man kann mithin nicht zugeben, (lass Florenz nicht die 
ohne Vergleich um die Malerei virdienteste Stadt, und Ci- 
mabue nicht ein Name sei, der eine bessere Periode bezeichne, 
was auch Guglielnio della Vallcfz) sagen mag. Die vor 
ihm von mir genannten Maler hatten wenig Einfluss; ihre Schu- 
len, die Sienische ausgenommen, erschlaliten, zerstreuten sich 
nach und nach, oder vereinten sich mit der Florentiner. Diese 
erhob sich in kurzer Zeit über alle andere und hat immerfort 
in edlen, bis auf unsere Zeiten ununterbrochenen Geschlechts- 
folgen geblüht. Fangen wir mit ihren Fiirstenanl  
Jolian n Cimabue von edler Abkunft 23) war Baukiinst- 
ler und Maler. Dass er Giuntzfs Schiller gewesen, hat man 
in unsern Tagen blos darum gemuthmasst, weil die Griechen 
Weniger davon verstanden, als die Italiener. Zunächst aber 
müsste wol bewiesen werden, dass Meister und Schüler an Ei- 
nem Ürte zusaiumcngelebt; was nach Obigem sclnver seyn 
möchte"). Der Geschichte zufolge lernte er die Kunst von 
jenen Griechen, die nach Florenz berufen wurden und, laut 
Vasari, in der Kirche Maria novella malten. Er irrt aber, 
22W Neben vielen Aufklärungen über die Geschichte unserer al- 
ten Malerei, welrhe ich benützt. habe und {Jeisiilzeix werde, hat er 
sich duch auch mnnchesJn der Hitze des Streims gegen Cimabu e 
entgehen! liwserl, was ich nichl billigt-n kann. XYenn z. B. Vasari 
sagt, er habe die Kunst viel weiter gebracht, so xjcrsicbert er, 
es habe damit nicht viel auf sich, und nachdem erkdie Gemälde 
C i mn b u c"s zerglicdert, habe er mehr Unbeholfenbeit darin gesehen, 
als in Giunla. von Pisa, Guido von Siena, F. Jacopo von 
Tupfilß u_ g, Kv, Bd. I. S. 235. Von den zwei lelzlern Wird an- 
derswo die Rede seyn. Den ersfern anlangend, widerspricht sich 
wol der Vf_ vier Seilen Später, wo er über eine Slelle des Aretinm: 
(Jgsrliichlschreibers über einige Gemälde Cimabuevs in der Un- 
[arkiruile des H. PH-ancisufus zu Assisi sagte, er habe, seines 
Bedünkells, Giunta von Pisa überiroffen. Wohl zu merken, war 
dies die erste, oder duch eine der ersten Arbeilen GiuntxNs 
in Ääiiai, Also war er, als er nach Assisi kam, ein besserer Künst- 
ler, als Giuuta. Und wie wurde er denn nun in der Oherkirelae 
und in ASHisi und anderswo ein S0 schlechter Maler, und. unbehol- 
feuer, als G i u n [a selbst? L. 
23) S. lfaldinucci H. 1. S. 17. nach der Flur. Ausgwv. 17527, 
Wo es beisst, die Cimabni hüllen auch Guultieri gelleisseu 
L. Vgl. Sclmrns Ifunstblalt Jahrg. 1827, Nu. 28, 34. f, 38, 
48. W. 
24) S. jedoch Baldinuccz" vcglia p. 87. L. 
        

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