Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284455
Florentiner 
Schule. 
Abschnitt. 
11 
andern von Cimabue; beide von alten: Styl, nicht so ver- 
dienstlos, dass Margaritone, obwol roher, nicht auch Ma- 
ler genannt werden könnte, wenn man Cinxabue so nennt. 
Zu der Zeit, als die benachbarten Städte schon einige 
Schritte zum neuen Style gethan hatten, hatte Florenz, wenn 
wir Vasari und seinen Anhängern glauben wollen, noch keine 
Maler; ausser dass nach 1250 „v0n dem, Welcher die Stadt 
regierte, einige griechische llialer nach Florenz berufen wur- 
den, lediglich um die mehr verlorene, als verirrte Malerei in 
Florenz wieder einzuführen." Dieser Behauptung aber stelle_ 
ich Lami's bereits angeführte Abhandlung entgegen. Lami 
nämlich bemerkt, dass im Kapitelarchiv eines Malers Barto- 
lommeo gedacht wird, der 1236 arbeitete, und dass die Ver- 
kündigung, Welche in der Servitenkirche sehr verehrt wird, 
um jene Zeit gemalt ward. Das Bild ist hier und da im Ge- 
wand übermalt, hat doch aber noch genug von erster Hand, 
und ist für jene Zeit merkwürdig. Lenni's Werk war, als 
meine Geschichte zuerst erschien, noch nicht heraus; mithin 
konnte ich nur die Meinung derer bestreiten, welche dies Bild 
dem Cavallini, einem Schüler des Giotto, zuschreiben. 
Ich crwog nämlich, dass CavallinPs Styl weit moderner 
ist, wie viel andere Werke von ihm beweisen, die ich in Assisi 
und Florenz gesehen; Welche Stylversehiedenheit mir auch 
mehrere befragte Künstler, unter andern Pacini, zugaben, 
welcher die Verkündigung copirt hatte. Ferner wies ich die 
Schriftzeichen _in einem Buche Eccel Virgo concipiet etc. nach, 
welche mit andern des dreizehnten Jahrhunderts iibereinkom- 
men, und nicht soviel überflüssige Linien haben, wie dic deut- 
sehe, gewöhnlich gothisch genannte Schrift, welche Caval- 
lini und die andern Jünger Giottois brauchten. ich freue 
mich, dass meiner Ansicht durch Lami nun gleichsam ein 
Siegel aufgedrückt werden ist; und es ist mir wahrscheinlich, 
dass der von ihm angezogene Bartolommeo derselbe ist, 
,welchen die Nachrichten über jene Kirche uns für den Maler 
der Verkündigung um's Jahr 1250 angeben. Dieselben 01-- 
densbrüder bewahren in ihrer Sammlung alter Gemälde, welche 
der ehemalige General P. Ada mi herausgab, eine Magdalena, 
welche, nach Zeichnung und Schrift, ebenfalls ein Wer]; des 
13. Jahrhunderts scheint. Auch könnte ich andere gleichzeitige
        

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