Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284438
lf1lßreniizzei 
Sah 
ule. 
Abschnitt. 
YVurf der Gewänder darin, welcher die Behandlung (lvf gleich- 
zeitigen Griechen weit übcrtrifit; der Faxbenauftrag ist stark, 
wicwol im Fleisch etwas bronzartig, die Vertheilung mannieh- 
faltig wechselnd, das lrlell-lunkel doch schon etwas kunstreich, 
das Ganze nicht unter, wenn nicht gleich , den Gekreuzigten 
mit ähnlichen halben Figuren umher, welche man dem Ci-  
xuabue zuschreibt. Giunta hatte in Assisi noch einen, jetzt 
verlorenen, Gelarcuzigten gemalt; worauf er das Bildnis des 
Bruder Elias angebracht hatte, mit der Unterschrift: F. Iielias 
fecit fieri. Jesu Christa pie miserere precagztis Heliae. Junetra 
Pisanus me pinxit an. (l: l23ii. Indit. IX. Wading in sei- 
nen Jahrbiichcrn des Franeiscaxierordcns beim genannten Jahre 
hat sie erhalten und nennt dies Bild rgfkzöre pictum. Giun- 
ta's Wandgemälde waren in der obern Franciscanerkirche und; 
nach Vasari, hatte er dabei einige Griechen zu Gehiilfen. 
Auf der Porlcirchc und den angrenzenden Kapellen belinderl 
sich noch einige Bruststiiclre und historische Darstellungen, dar- 
unter die in der Etruria piltrice angeführte Kreuzigung des 
H. Petrusi Man hält diese Gtflllültiß für hier und da unver- 
ständig ausgebessert; und dies mag ihre Zeichnung entschuldi- 
gen, die wol an mehrern Stellen verderbt seyn mag; indess 
lassen sich die matten Tinten nicht abliiugnen. Mit Cima- 
bue verglichen, der ungefähr 40 Jahre später malte, zeigen 
sie wol, dass Giunta hierin noch nicht stark genug wuar. 
Vielleicht hätt' er sich darin vcrvollkommet: aber nach 1236 
iindet man keine Kunde mehr von ihm, und so, mag er denn, 
ausser dem Vaterlande, noch nicht gar alt, gestorben seyn. 
Darauf führt mich, dass Giunta di Giuntino in KPisaner 
Pergamenhandsehriften in den ersten Jahrzehenden des Jahr- 
hunderts und weiter nicht erwähnt wird; und dass Cimabue 
um's Jahr 1265, eh er nach Assisi ging, nach Pisa geholt 
wurde, um das Gemälde und Bildnism) des H. Franciscus 
von Pisa. zu fertigen. Dies hätte xrcl Giunta eher gefertigt, 
18) Lnnzi nimmt das in iiltern Schriften vorkommende Wart 
ritrzztlo in einem zu engen Sinne und vrräleht darunter Abbild, Wßi 
sehr oft nicht Statt finden kann Auch Bildnisse aus der Phantasie, 
Charaklerhihler Verstorbener, welche man nicht mehr abbilden kmulle, 
können Bildnisse, rilrnlti, genannt, und müssen uft darunter versian- 
den werden.  Q.
        

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