Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290478
Viert. Zeitr. 
Giordano, Sulimene u. ihre Schüler. 
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lllit der Ankunft dieses glänzenden Beförderers der Kunst, 
wo er auch regierte, kriiftigte sich die Neapler Schule wie 
von neuen Strahlen erhellt; Bestellungen und Belohnungen 
nahmen zu; Muster der auswärtigen Schulen wurden verviel- 
fältigt; und Mengs, der die königliche Familie, nebst ei- 
nem grossen Staffeleibilde, zu malen berufen ward, legte den 
Grund zu einem gediegencrn Style, zu Förderung der Nea- 
politaner, seines Glücks und der Kunst. Aber das grösste 
Verdienst dieses Fürsten um die Kunst muss man in Her- 
culanum suchen. Durch ihn sind so viel alte Maler- und. 
Bildwerke, die Jahrhunderte lang begraben lagen, wieder an's 
'Licht gezogen, in zierlichen Kupfern naehgestochen, mit ge- 
lehrten Anmerkungen erläutert und allen Völkern mitgctheilt 
worden. Damit endlich auch die Nachkommen alle die Vor- 
thcile, welche er seiner Zeit gewährte, geuössen, wandte er 
seine Sorgfalt auch auf die Bildung der Jugend, worauf ich 
in meiner ersten Auflage nicht Rücksicht nehmen konnte, da 
ich, trotz aller llliihc, darüber nichts erfahren konnte; jetzt 
spreche ich ilavon laut Nachrichten, welche auf Bitten des 
hiarch. D. Franccseo Tacccne, Grossschatzaneisters, mir der 
königliche Alterthumsforschcr Daniel kurz mitgethcilt hat; 
Männer, welche Beide ihr Vaterland lieben, fleiesig Denkmale 
sammeln,- und eben so freundlich Andern aus der Fülle ihrer 
Kenntnisse mittheilen. Früher war lin Neapel die Akademie 
des heil. Luhas in Gesü Nuavo seit Francesco di Maria 
gegründet, der dort Anatomie und Zeichnung lehrte. liier blieb 
sic mehrere Jahre. König Karl belebte diese Stiftung gewis- 
sermassen durch eine Malerschule, die er in der Werkstätte 
der harten Steine und der Teppiche erölfncte. Es wurden aus 
Solinienefs Schule sechs Lehrer angestellt, namentlich die 
Arbeiten dziselbst zu leiten; da aber gute Modelle angcschaül: 
wurden, so verstattetc man der Jugend, auch dort zu studiren; 
guter, in Rom gestorbener Lanüschafter, und Filippo Giannetti, 
Casenlbrolßs Schüler, 6er in Großartigkeit der Landschaften 
und Ansichten den Meister übertraf, aber in Zeichnung der Figuren. wie 
in der Ausarbeitung sich nicht neben ihm halten kann, vielmehr we- 
gen seines leichten und schnellen Pinäßla der G-iordano der Land- 
sclxafiex" genannt wurde. Vom Viceköxiig (Ir. di S. Stefano geachtei 
und geschützt, glänzte er in Palermo nnü Neapel. b.
        

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