Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290455
Viert. Zeitr. 
Giordano, Solimene u. ihre Schüler. 
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Schriften dieses Volks finden, dessen Bildungsgang jüngst 
Pietro Signorelli in einem Werke von mehrern Bänden 
beschrieben, das ich jetzt nicht bei der Hand habe, und wie 
manches andere auf Treu und Glauben anführe. 
Einige Andere, die ausserhalb des Königreichs lebten, wer- 
den unter andern Schulen erwähnt werden, und schon bei der 
Römischen haben wir Conca's und Giaquinto's hinläng- 
lich gedacht. Zu diesen kann man Onofrio Avellino 
setzen, der in Rom einige Jahre lebte, für Privatleute und in 
Kirchen malte. Sein grösstes Werk ist die Decke in S. Fran- 
eesco di Paola. Maja und Campora in Genua, Sassi in 
Mailand, und andere aus Solimene's Schule werden bei 
mchrern Städten nachgewiesen, oft mit der (Klage, dass sie die 
vom Meister gezogenen Gränzen überschritten. Seine Farbe 
kann, wenngleich sie wahrer seyn könnte, doch nicht verletzen, 
ja sie hat sogar etwas Anmuthiges. Aber seine Schüler und 
Nachahmer konnten sich nicht in denselben Gränzen halten 
und schritten so ganz aus dem Geleise, dass man wol behaup- 
ten kann, kein Zeitraum der Malerei sei für das Colorit un- 
seliger gewesen. Florenz, Parma, Verona, Bologna, Mailand, 
Turin, mit einem Worte ganz Italien ist von dieser Seuche an- 
gesteckt worden, und liefert nun von Zeit zu Zeit Arbeiten 
von so manierirten Tinten, dass sie eine ganz andere Natur, 
als die eben bestehende nachzubilden scheinen.  Auch der Mis- 
brauch, hinzuwerfen und nicht auszuführen, ist nach Giorda- 
no und Solimene von Vielen so weit getrieben worden, 
dass statt guter Bilder schlechte Skizzen an leichtgliiubige 
Käufer verkauft worden sind. Die allzuhäulig "befolgte Ma- 
nier beider Meister hat in unsern Zeiten so schlechte Grund- 
sätze verbreitet, wie ehmals Michelangelo', Tintcret- 
to's und selbst RaffaePs misverstandene Muster. Der 
Giacomo, wo alle Altarbilder von ihm sind, und die Tribune drei rei- 
che Bilder aus U. H. Kindheit hat. Von einem andern Sozzi, Na- 
mens Francesco, lese ich in Girgenli im Dom das Bild der heil. 
fünf Bischöfe sehr gelobt. Von Onofrio Lipari aus Palermo sind 
in der Kirche de" Paolotti zwei Bilder vom Martyrlhum des h. Oliva; 
von Filippo Randazzo in Palermo große VVandbilder; so auch 
von Tommaso Sciacca, der in Rom dem Cavalucci half, 
und im Dom, wie bei den Olivetanern zu Rovigu, bedeutende Gemäl- 
de hinten-ließe. L. 
Qq
        

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