Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290420
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Unteritalien; 
Viertes Buch. 
Neapelische Schule. 
ein. Er zeichnete und überging Alles nach der Natur, eh er 
malte, so dass er in seinen Vorarbeiten, wenigstens in seiner 
bessern Zeit, unter die Sorgfiiltigsten gerechnet werden kann; 
nachher freilich verfiel er in oberflächliche Leichtigkeit und 
bahnte der Manierirtheit den Weg. In der Erfindung zeigte 
er das 'leiehte und zierliche Talent, wodurch er unter den 
Dichtern seiner Zeit eine ehrenvolle Stelle einnahm. Auch 
eine gewisse Allseitigkeit kann man an ihm loben, indem er 
Alles, was die Malerei in verschiedenen Zweigen umfasst, 
malte, Bildnisse, Geschichten, Thierc, Früchte, Gebäude, Werk- 
häuser. Was er auch vernahm, zu Allem schien er ausschliess- 
lieh, gemacht. Er lebte 90 Jahr und da er schnell malte, so 
sind seine Arbeiten durch ganz Europa verbreitet, fast wie die 
des Giordano, dessen Freund und Nebenbuhler er war, 
nicht von so seltenem Genius, aber geregelter in der Kunst. 
Als Giordano todt war und Solimene wusste, das er nun 
der Erste in Italien blieb, was auch seine Neider über sein 
minder wahres Colorit sagten, so liess er sich seine Bilder sehr 
theuer bezahlen, und bekam dennoch Aufträge in Menge. 
Eins seiner vorzüglicheren Werke ist die Sacristei der 
Theatiner di S. Paolo Maggiore, wo er mehrere Geschichten 
malte. Denkwürdig sind auch seine Bilder in den Bögen der 
Capellen in der Apostelkirche. Diese Arbeit war von Giaco- 
mo del Po, sollte der Tribune und dem Uebrigen, was L-a n- 
franco gemalt hatte, ähnlich werden; aber Po befriedigte 
nicht. So wurde, was er gemalt hatte, ausgestrichen und So- 
llimene statt seiner gewählt, der sich würdiger erwies. Sei- 
nen Fleiss in der Ausführung bewährt die Philippscapclle in 
der Kirche dell' oratorio, wo jede Figur fast miniaturmässig 
behandelt ist. Unter den Privathüusern zeichnete er Sanfe- 
lice aus zu Gunsten seines Zöglings Ferdinand o, welchem 
er eine Gallerie malte, die nachher ein der Jugend stets olTen 
stehendes Studium ward. Gerühmt wird unter seinen Bildern 
das am Hauptalfar der Nonnen des heil. Gaudioso, anderer in 
andern Kirchen und dem Königreiche nicht zu erwähnen, be- 
sonders zu Monte Casino, wo er für die Kirche vier grosse 
Gemälde im Chor malte. In der Descrizione istorica del 
monislero di Jllonle Casino, Nenj). 1751, werden sie beschrieben. 
In den vPrivatsammlungen Italiens ausserhalb des Königreichs
        

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