Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290357
Viert. Zeitr. 
Giordano, Solimene u. ihre Schüler" 
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seinem Style sehr vertraut machte. Bei Hackert wird eine 
Madonna von ihm mit: denn Kinde und dem heil. Franciscus 
bei seinen Mönchen in Messina ehrenvoll erwähnt; und dess- 
halb erhielt er-den Preis vor allen Malern seines Ordens, der 
ihrer nicht wenig hatte I3).  
Vierter 
Zeitraum. 
Giordano, 
Solimene 
und 
ihr? 
Schüler. 
In der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts fing Lu- 
ca Giordano an in Neapel Aufsehen zu machen, der, lob- 
gleieh keinen bessern Styl als seine Zeitgenossen, doch mehr 
Glück hatte; ein umfassender, kühner, schöpferischer Geist, 
welchen-Maratta als einzig und beispiellos betrachtete. Diese 
grosse Naturanlage offenbarte sich schon in seinerjiindheit. 
Sein Vater Antonio gab ihn erst zu Riberu, dann in 
Rom zu Cortona in die Schulel) und nachdem er ihn durch 
I3) So beschönigend auch Lanzi diesen Zeitabschnitt schildert, so 
bietet er doch in jeder Hinsicht den Anblick der Verwilderung dar. 
Nachbildung der gemeiusten Wirklichkeit auf die rohste, nur auf 
starke Wirkungen ausgehende Weise und eine Wahl von mehr Ab- 
scheu erregendenTiegenständen war das, was die Kunst hervor-brach- 
te, Das Leben der Künstlerhäuptlinge dieser Schule war voll 
schwarzer Verbrechen und Ehrgeiz, und Hubsucht der Antrieb zu 
allen ihren Handlungen. Die Schnellmulerei erwarb, wie wir bald 
sehen werden, auch in dem folgenden Zeitraum sich grössern Bei- 
fall, als sie verdient, und hemmte das "Aufkommen des Bessern.  
l) Cortona. zog für Sicilien Gio. Quagliata, der nach den Ille- 
uwrie messin. von diesem Meister begünstigt und ausgezeichnet wor- 
den, dann in sein Vaterland zurückgekehrt seyn soll, um mit R0 dri- 
guez, und was mich noch mehr wundert, mit Bar balunga zu 
wetteifern. Nach dem, was in Rom von Beiden vorhanden ist, zu 
schliessen, zeigt sich Barbalunga in S. Silvestro zu Monte Ca- 
vallo als grossen Meister, Quatgliatxa in der {Madonna di C, P-. als 
guten Schüler; jener ist berühmt und jedem Maler in Rum bekannt, 
dieser hat nicht einen Bewunderer- ln Messina malte er vielleicht 
besser. Der Geschichtschreilzer schildert ihn als einem sanften und 
gemässigten Maler, so lange seine Nebenbuhler lebten; nach ihrem 
Tode legte er sich auf Wandmalerei, wo man seine kühne Einbil- 
dungskraft im Ausdruck der Figuren, Ueberlluss von Gebäuden-lind- 
anderu Verzierungen wahrnimmt. Sein Bruder Andrea war nicht 
in Rom und galt daher in Messina für einen guten Maler.  L.
        

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