Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290346
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Unteritalien. 
Viertes Buch. 
Neapelische Schule. 
die Figurenmaler könnten in diesen kleinem Dingen nicht voll- 
kommen malen, Giordano aber, wer das Grössere verstehe, 
nehme sich nur nicht die Mühe, das Kleinereyzu thun. Er 
hestüttigte dies, indem er ein Bild von Gevögel, Blumen und 
Früchten malte, Welches so wohl verstanden war, dass Andrea 
aufhörte der Erste zu seyn, und aus Betrühnis Schriftsteller 
wurde, wo er auch nicht zu den letzten gehört.  
Dennoch verloren seine Bilder nicht an Werth und Preis, 
und seine Nachkommen schmückten immerfort die Sammlungen 
der Grossen. Sein berühmtester Schüler war Tommaso 
Realfonso, der mit seines Meisters Geschicklichkeit auch 
noch die verband, alle Arten von Zweigen, Eingemachten! und 
Essbarem natürlich darzustellen. Wackere Nachahmer von ihm 
waren Giacomo Nani und Baldassar Caro, die den Hof 
König KarPs von Bourbon schmückten, und Gaspare Lo- 
pez, erst Dubbison's, dann Belvedcrees Schüler. Nach- 
dem" er auch guter Landschafter geworden, diente er dem Gross- 
herzog von Toscana und lebte lange in Venedig, um 1732, 
So weit geht die Reihe kleinerer Maler aus Aniellws Schu- 
le. Bevor wir aber zu den Figurenmalern, in einem neuen 
Zeitraume jedoch, zurückkehren, muss ich noch bemerken, dass 
in diesem Zeitraume ein Holländer Namens Ahram Ca sem  
brot in Messina lebte, der in Landschaften, noch mehr aber 
in Seestücken, Häfen, Seestiirmen für einen der ersten seiner 
Zeit gilt. Er malte auch Bauten und war in kleinen Figuren 
Itrefllich, indem er Alles auf's fleissigte ausführte. Die Kirche 
des heil. Giovacchino hat drei kleine Bilder der Leidensge- 
schichte; Privatleute in Messina haben andere köstliche Stücke 
von ihm, aber wenig; denn er verkaufte sie theuer und schickte 
sie gewöhnlich nach seinem Holland. Daher wendeten sich die 
meisten Messiner an Soeino, Casembrofs Nebenbuhler, 
einen höchst gedankenreiehen, fertigen und wohlfeilen Maler. 
Auch seine Landschaften und Ansichten werden aufbewahrt 
und nicht verachtet. lch finde nicht, dass Casembrot einen 
Maler in Messina gebildet, obwol er die Anfangsgründe der 
Bauten- und Prospectmxxlerei, ja auch der Malerei lehrte. Dar- 
um wird der Capuziner P. Feliciano von Messina, weiland 
Domenico Guargena, unter seine Schüler gezählt, der 
später im Kloster zu Bologna Guido studirte und sich mit
        

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