Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290260
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Unteritalien. 
Viertes Buch. 
Neapelische Schule. 
dete er sich einen fiir den Ausdruck der Gesichter lieblichen 
und in jedem Theile der Malerei höchst vollendeten Styl. 
Seine Werke cheinen Miniaturbilder, und wenn die Kritik et- 
was an ihnen auszustellen hat, so ist es dies, dass sie zu ge- 
leckt sind. Die Gegenstände, die er wählte, waren seinem 
Naturell gemiiss, nämlich traurig und sehwermüthig und im- 
mer emplindsam behandelt. Er war tüchtig in Wandmalerei, 
und bei den Schwestern in S. Paolo hat er die Decken so ge- 
malt; eben so tüchtig ist er in Oelgemälilen, wie eben dort 
die heil. Scholastica ist. Viele andere seiner merkwürdigen 
Arbeiten sind noch vorhanden, oder auch in Erdbeben imterge- 
gangen. Seinen Styl ahmte Antonio Bova glücklich nach; 
man kann dies in der Nunziata der Theatiner sehen, wo Beide 
verglichen werden können. Auch er malte viel in Oel und 
auf Kalk, und weil er seinem Sinne nach still und sittig war, 
so hatte er an den Empörungen in Messina keinen Antheil, 
blieb im Vaterlande und beschloss sein Leben und die Schule 
Barbalungzfs in Frieden. 
Nach Barbalunga muss ich eines andern Siciliers ge- 
denken, Pietro del Po 9) von Palermo, eines guten Ste_ 
chers, der dadurch mehr, als durch lilalerei, in Rom bekannt; 
ist. Doch ist dort ein heil. Leo in der Madonna di Costan- 
tinopoli, ein Bild, das ihm nicht soviel Ehre macht, als die 
nicht gar grosscn auf Leinwand, welche er zum Schmuck der 
Gallerie malte; und auch Spanien besass besonders einige kleine, 
die er mit vorzügliehem Fleiss für Miniaturen malte. Zwei 
sah ich in Piacenza bei den Herrn von der lllission, einen ent- 
haupteten Johannes und einen gekreuzigten Petrus, aus seiner 
besten Zeit und mit seinem Namen. Dieser liess sich, nach- 
dem er in Rom gearbeitet, in Neapel mit seinem Sohne Gia-i 
como nieder, der von ihm und Poussin gebildet war. 
i 
 9) Ueher Pietro de] P0 s. Catalogß di una raccnlla rli shmzpe 
anticlze compilato dallo stessa possessore jllarclz, Mulaspiua di 
Sannaznrn, Vol. II. p. 273. Le peinlre Graveur pur All. Bartsch 
20. Vvl- 11.245 und Handbuch für lülnslliebllaber und Sanunler von 
M. Huber und Rost 3. H. S. 339. Seine Kupferstiche machen 
ihm Ehre, zumal du er zu einer Zeit lebte, in welcher diese Kunst 
zur Nachlässigkeit auszuarlen drohte, albin Po mit Sorgfalt arbei- 
tete und einer guten Wirkung und richtigen Zeichnung sich be- 
tleissigte. Q.
        

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