Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290258
Dritter Zeitr. 
Corenzio. Rib. Caracciolo. Fremde. 
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vertauschte er ihn nachher mit einem markigen und angeneh- 
men. Wenn er wollte, that er sich in der Zeichnung der Fi- 
guren, besonders alter Köpfe hervor; in Landschaften, Thieren 
und Früchten besass er ganz besondere Geschicklichkeit. Er 
ist schon nebst Bruder und Sohn in der Römischen Schule er- 
wähnt worden. In Rom ist wenig von ihm, in Messina viel; 
Wandbilder iindet man in S.Domenico, und in _der Nunziata der 
Theatincr, andenviirts viele Tafelbilder, darunter der sterbende 
heil. Hilarion in der Kirche der heil. Ursula, der seine belieb- 
teste Arbeit ist. 
Scilla's Schüler, die nach seinem Hintritt in Messina 
blieben, machten nicht sonderliche Fortschritte. Von F. Em a- 
nuele aus Como sprechen wir an einem andern Orte. Giu- 
scppe Balestriero, ein treiilicher Copist der Agostini- 
sehen Arbeiten und guter Zeichner, wurde, nachdem er Einiges 
gemalt, Priester und entsagte der Kunst. Antonio la Fal- 
ce ward "ein braver Verzierer in Gouachc und in Oel, versuchte 
sich nachher in Wandbildern und ward Weinhausmaler. Pla- 
cido Celi, ein seltenes, aber durch schlechte Sitte verderbtes 
Talent, der dem Meister nach Rom folgte, änderte dort seinen 
Geschmack nach Maratta und Morandi, nach welchen er in 
Rom in den Kirchen dcll' Anima und dclla Traspontina, und. 
mehr noch in seinen Vaterländischen arbeitete; er hat sich aber 
nie über das Mittelmüssige erhoben. In besserm Rufe steht 
der Syrakuser Antonio Madiona, der, wiewol er sich in, 
Rom von Scilla losriss und Preti bis nach Malta folgte, 
doch darum nicht aufhörte, ein ileissiger Künstler zu seyn, 
auch dort und in Sicilicn seines starken und entschlossenen 
Styls wegen, den er beiden Meistern verdankt, gefiel. Soviel 
von dieser unglücklichen Schule! 
Als Nachtrag zu den bessern Schülern Barbalungaes 
will ich noch Bartolommep Tricomi erwähnen, welcher 
Bildnismaler blieb und in dieser gleichsam erstgeburtsrechtlichen 
Erbfolge der Domenichinichen Schule tüchtig ward. Den- 
noch hatte er in Andrea Suppa einen Schüler, der ihn über- 
traf. Dieser gehört auch zu Casembrot, von welchem er 
Perspeclive und Bautenmalerei lernte; noch mehr aber den Al- 
ten; denn stets auf Raffael und die Caracci, wie andere 
auserlesene Muster, oder auf ihre Zeichnungen gerichtet, bil-
        

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