Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290246
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Unteritalien. 
Viertes Buch. 
Neapelische Schule. 
betrachtete dort die Werke der besten Meister, besonders Pae- 
lo's, und brachte nun viele Schönheiten dieses treillichen 
Meisters wieder heim, lebendiges Fleisch, schöne Köpfe, ge- 
fällige Frauenbilder, wiewol er diese Gabe, gleich Liberi und 
wol noch mehr, misbrauchte. Mit diesem sittlichen verband er 
noch einen Kunstfehler, nämlich zuweilen auf den rohen Grund 
zu malen, und gewöhnlich mit wenig Farbe; daher seine Ar- 
beiten, die früher Beifall fanden und um die Wette gekauft 
wurden, jetzt, gleich denen der trüben Venezianer, die wir ihres 
Orts beschreiben, vernachlässigt werden. Messina hat mehrere; 
das Illartyrthum des heil. Plaeidus bei den Schwestern des heil. 
Paulus, die Geburt des Herrn in denKirche della Grotta und 
einige andere. Auch Venedig muss in Privathiiusern noch 
Thierstüeke haben, die er, wie wir anderwiirts sagen, auf Bag- 
sanische Weise malte. Onofrio Gabriello war sechs 
Jahre bei Barbalunga, einige bei Poussin, dann bei Cor. 
tona in Rom, bis er nach neun andern in Venedig mit Ma- 
roli verlebten, von dort Maroli1s schlechtes Colorit nach 
Messina brachte, nicht aber seinen Styl. In diesem war er 
ganz ureigenthümlich, ganz Liebliehkeit, Süssigkeit, ganz Selt- 
samlieit in Beiwerken, Bändern, Edelsteinen, Spitzen, worin gr- 
besonderes Talent hatte. In Messina hat er in der Kirche des 
heil. Franceseo di Paola viel Bilder hinterlassen, viele auch in 
Padua, wo in dem Wegzveiser viele Tafelbilder angeführt wer- 
den, ohne die Cabinetstücke und Bildnisse in Privathiiuserm 
So half ich mehrere beim Grafen Antonio Maria Borromeo 
gesehen, unter andern eine Familie mit des Malers Bildnis. 
Agostino Scilla, oder Silla, wie Orlandi schreibt, 
eröffnete in Messina eine Schule, die, so lange sie bestand, 
viel besucht, nachher aber im Strudel der Empörungen, zu 
grossem Schaden der Empörer, wie der Kunst, zerstreut war-i 
Er hatte von Natur einen zierlichen Sinn, den er durch Dicht- 
kunst, Naturgeschichte und Jilterthumskunde ausbildete. Die 
schönen Hoffnungen auf" einen so seltenen Sinn bestimmten 
Barbalunga, ihm vom Rath einen Gehalt auszuwirken, wo- 
von er in Rom unter A ndrea S acchi's Leitung leben konn- 
te. Nach vier Jahren kehrte er nach Messina zurück, reich 
an Studien nach den Alten und nach Raffael; und hatte er 
von da einen etwas trocknen Styl mit herübergebracht, so
        

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