Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290233
Dritter Zeitr. 
Corenzio. Rib. Caracciolo. Fremde. 
589 
ren, wie an Zeichnung und Wahrheit überlegenen. Auf Wand- 
malerei hatte er sich in der Jugend nicht gelegt; als er be. 
rcits all; war, versuchte er sich darin, um Giordano nicht 
nachzustehen; aber zu grossem Nachtheil seiner Ehre bestät- 
tigte er den Spruch: ad omnem disciplinam tardior est se- 
nectus. 
Unter 
seinen 
Schülern 
ahmte 
ihn 
Giacomo 
Farelli 
gut nach, der mit frischerer Kraft und mit Hülfe des Meisters 
doch dem Giordano es einigermassen bot. Die Brigitten- 
kirche hat von Farelli ein schönes Bild der Heiligen; und 
Mattei überging ihn nicht als Mann von vielem Verdienst. 
Doch sank er in der öffentlichen Achtung, als er in höhern 
Jahren seinen Styl änderte und in der Sacristei des iTesoro 
malte. Hier schmeichelte er sich als Jünger des Domeni- 
ehino auftreten zu können; aber es gelang ihm nicht und 
nie hat er wieder etwas Geschmackvolles geliefert. 
Dom enichino hatte immer unter Neapels und des Kö- 
nigreichs Malern tüchtige Nachahmer 8). Von dem Calabrier 
Cozza, der in Rom lebte, wie von Antonio Ricci, ge- 
nannt Barbalungzi, dem Messiner, der in Rom sehr be- 
kannt war, hab, ich bereits gesprochen. Hier muss ich noch 
beibringen, dass dieser, nach Messina zurückgekehrt, seinen 
Geburtsort mit seinen Arbeiten verscbünte, wie zu S. Gregorio 
dem schreibenden Heiligen, in S. Michele der Himmelfahrt, in 
S. Niccolö und im Sieebhause zwei Pieta von verschiedener 
Erlindung. Er wird für einen der, besten Maler der Insel ge- 
halten, die deren mehrere hatte, als man glaubt. Auch lehrte 
er daselbst und hatte zahlreiche Jünger immerforth Die meiste 
Ehre machten ihm Maroli, Onofrio Gabriello, Ago- 
stino Scilla; nur dass sie in die Empörungen von 1674 
und 76 verwickelt waren, wo der Erste das Leben verlor, die 
andern Beiden lange verbannt umherirrten. Maroli hielt nicht 
an B arbalungats Style fest, sondern schilfte nach Venedig, 
8) Gio. Üatis ta. Durancl, ein Schüler Dbmenivhinow, 
liess sich in Messina nieder, und blieb ihm immer treu, wiewol man 
nur eine heil. (Täcilia von ihm im Kluster dieses Namens anführt, 
weil er gewöhnlich Bildnisse malte. Hierin folgte ihm seine Tochter 
Flavia, Filippo GiannettPs Gattin, die als Bildnismalerin 
und genaueste Copislin jedes Urbildes schätzbar war. L-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.