Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284289
XXVI 
Vorwort. 
Bei alP diesem Fleisse wage ich doch nicht mein 
Werk als aller Zusätze unbediirftig zu empfehlen. Ge- 
schichtwerke, die soviel Gegenstände umfassen, sind nie 
vom Hause aus vollkommen; sie werden es erst allmälig, 
Wer der Zeit nach zuerst Bahn bricht, hat am Ende am 
Wenigsten Gewicht, und sein grösstes Verdienst ist, dass 
er durch sein Beispiel vollkommenere Werke veranlasste. 
Wie viel weniger kann man nun Vollständigkeit von ei- 
nem Werke erwarten, das ein Inbegriff aller seyn soll? 
Es werden viele Namen guter Künstler und Schriftsteller 
vorkommen, freilich wol aber auch manche fehlen; und 
dies nicht aus Mangel an Achtung, sondern nur weil es 
an Zeit und gehöriger Anschauung gebrach. Man wird 
viel Urtheile linden; aber es könnten wol noch mehrere mit 
eingehen. Ueber keinen Schriftsteller denken alle gleich. 
Das beweiset B ai ll et von den Gelehrten; und wer es 
der lllühe werlh hielte, könnte es von den Malern noch 
weit leichter zeigen. Jeder hat seine Grundsätze. B110- 
n arroti schalt Pietro Perugino und Francia, diese 
leuchtendenVorgänger der Kunst, ungeschlacht; G u i d 0,wenn 
wir der Geschichte glauben dürfen, nnisfiel dem C0 r t on a, 
Caravaggio dem Zuccher o, G uercin o dem Guido, 
werke, welche darin doch immer nur als lllitiel, nie als Zweck be- 
trachtet werden und ganz dem Sinne verschwinden sollte; denn alle 
innre "und iussre Wahrheit eines Bildes hört auf, wenn es durch die 
Art, wie es gemacht ist, daran erinnert, dass {es ein Gemälde, nicht 
ein Bild sey, was vor unsrer Seele sieht. Es ist auch daher wenig 
auf das Urfheil der Künstler zu geben, und wären sie es, die allein 
über Kunst urlheilen könnten, wie Lanzi meint, so wäre die Kunst ja 
auch nur für sie, aber kein Allgemeingut und Quell geistigen Genusses 
für alle sinnvolle Menschen, und die Maler möchten dann immerhin 
nur für sich selbst malen, ihre Freunde und Beschülzer aber sich von 
ihnen abwenden.  Q.
        

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