Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290216
Dritter Zeitr. 
Corenzio. Bib. Cafacciolo. Fremde. 
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gehabt, wie Guido an mehrern Arbeiten der Gentileschi. 
Wie man aber auch urtheile, ihre Urzeichnungen zeigen, dass 
sie sehr kunstverstänwlig war, und ihre Landsleute, so Maler 
wie Geschichtschreiber, erheben sie stets als ausgezeichnete Ma- 
lerin. Als solche hat auch Paolo de' Matteis in seinem 
Verzeichnis sie nicht übergangen. 
Drei Jünglinge von Orta bildeten sich ebenfalls tüchtig in 
dieser Schule, Paol Domenico Finoglia, Giaeinto de' 
Popoli und Giuseppe Marullo. Vom Erstern ist in der 
Karthause zu Neapel die Decke der Capelle des heil. Janua- 
rius, und mehrere Bilder im Capitol; er war ein reizender, 
ausdrucksvfoller, fruchtbarer, schulgerechter, gehaltener Maler, 
wie einer, und glücklich in der Gesammtheit der Darstellung. 
Der Zweite malte in mehrcrn Kirchen und wird von seinem 
Geschichtschreiber mehr in der Composition, als in den Figu- 
ren bewundert. Der Dritte näherte sich seines Meisters Style 
so, dass Maler seine Arbeiten zuweilen dem Massimo zuschrie- 
ben; und fürwahr hat er sehr schöne in S. Severino und ane- 
derwärts geliefert. Nachher legte er sich auf das Auffallende, 
besonders in den Umrissen, die denn hart und schncidend wur- 
den, und so sank er allmälig in der ölfentlichen Achtung. Ein 
merkwürdiges Beispiel, dass man seine fünfte genug erwäge 
und nicht nach Ureigenthümliehkeit trachte, wenn man sie nicht 
ursprünglich hat. 
Ein anderer sehr berühmter Schüler war der Neapolitaner 
Andrea Malinconico. Von ihm hat man kein Wandbild, 
wol aber viele Oelbilder, besonders in der Kirche de' Miracoli, 
wo er fast Alles allein malte. Die Evangelisten und Lehrer, 
womit er die Pfeiler schmückte, sind, nach seinem Lobredner, 
seine schönsten Bilder, die Stellungen edel, die Auffassung 
seltsam, Alles mit Liebe und tüchtig gemalt, und mit wunder- 
barer Farbenfrische. Man hat andere schöne Arbeiten von 
ihm, aber auch nicht wenig schwache und trübselige; daher ein 
[Kunstfreurld sagen konnte, sie wären wie sein Name. 
Keiner jedoch der vorigen schien so zum Maler geboren, 
wie Bernardo Cavallino, auf welchen anfangs Massimo 
selbst neidisch gewesen zu seyn scheint. Als er aber nachher 
sah, dass er mehr für kleine Figuren Talent hatte, als für 
grosse, ward er in dieser Richtung ausgebildet und berühmt in
        

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