Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290203
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Unteritalien. 
Viertes Buch. 
Neapelische Schule. 
Tode malte, ist aufgefrischt und so ist RossPs Arbeit ver- 
loren. Daher werden die genannten Arbeiten in der Knrthause, 
welche Crespi aufzählt, sehr in Ehren gehalten. Ebenso 
ward ein anderes grosses Talent dieser Schule jung (lahlngg- 
rafft, Antonio de Bellis, der mehrere Scenen aus dem 
Leben des heil. KarPs in seiner Kirche dargestellt, aber, vom 
Tode überrneht, nicht vollendet hat. Sein Styl hat etwas 
Gnercinisehes; doch verlängnet er das Muster aller Schüler 
des Massimo nicht, Guido Reni. 
Francesco diRosa, genannt Pacicco, kannte Gui- 
do nicht, übte sich aber lange unter Massimo's Leitung in 
Copiren desselben. Er steht. unter den wenigen von Paolo 
de' Matteis in einer Hdschr. geschilderten Künstlern, unter 
welchen kein mittelmässiger ist. Dieser nennt Rosa's Styl 
fast unnaehahmlich , nicht nur wegen der richtigen Zeichnung, 
sondern auch der seltenen Schönheit der Extremitäten halber, 
besonders aber um des Adels und der Anmuth der Gesichter 
willen. Er hatte an drei Nichten die besten Muster der Schön- 
heit und in seinem Geist erhabene ldeen, sie über menschliche 
Unvollkommenheit zu erheben. Sein äusserst sanftes Colorit 
hat doch einen dichten, starken Auftrag, der sich frisch und 
lebendig gehalten hat. Edle Häuser haben viel Bilder von ihm, 
weil er lange lebte. Auch für einige Kirchen hat er gemalt, 
wie in der Sanitär den heil. 'l'h0nias von Aquino, in S. Pietro 
d'Aram die Taufe der heil. Candida und etliche andere. 
Eine seiner Nichten, Aniella di Rosa, könnte man die 
Sirani der Neaplcr Schule wegen ihres 'l'alents, ihrer Schön- 
heit und Todesart nennen. Die Bolognerin ward von boshaf- 
ten Ausländern vergiftet, diese von ihrem eifersüchtigen Gat- 
ten erdolcht. Dies war Agostino Beltrano, ihr Mitschü- 
ler bei Massim o, wo er ein guter Wandmaler und nicht ge- 
meiner Colorist in Ocl wurde, wie dies mehrere seiner Cabi- 
netstücke und einige Altarbilder beweisen. Seine Gattin glich 
ihm in Massimoschem Stylc und half ihm in seinen Arbei- 
ten; Beide entwerfen zuweilen Bilder, die der Meister nachher 
so ausmalte, dass sie für Bilder von ihm verkauft wurden. 
Auch fertigte sie deren in seinem Namen; besonders lobt man 
die Geburt und den Tod U. L. F. in der Pietä; jedoch nicht 
ganz ohne die Vermuthuug, dass Massimo viel Theil daran
        

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