Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290195
Dritter Zeitr. 
Corenzio. Rib. Caracciolo. Fremde. 
sss 
und selbst den Corenzio, der als Wandmaler an Fertigkeit 
Wenigen nuchstand, In Bildnissen folgte er der Leitung San- 
tafede's und ward ein treiilicher Tizianist. Als er nach- 
her nach Rom ging, Annibales Werke sah und, wie Einige 
sagen, Guido kennen lernte, ciferte er dem Ersten in der 
Zeichnung, dem Zweiten in der Farbe nach, so dass er, wie 
Galanti sagt, sich den Namen Guido Reni von Neapel 
verdiente. Sein grosses Talent setzte ihn bald in den Stand, 
mit den Besten in die Schranken zu treten. In der Karthause 
malte er mit Ribera wetteifernd einen todten Jesus unter 
den Marien. Da dies Bild etwas, schwarz geworden war, so 
überredete Ribera die Mönche, e waschen zu lassen und ent- 
stellte es mit ätzendem Wasser so, dass Stanzioni keinen 
Strich wieder daran thun wollte, damit, wie er sagte, die Welt 
einen so schändlichen Betrug klar sähe. Aber in dieser Kir- 
che, die ein wahres Museum ist, wo jeder Künstler, um dem 
andern nicht nachzustehen, sich über sich selbst erhob, hinter- 
liess Massimo andere auserlesene Arbeiten, namentlich ein 
staunenswerthes Tafelbild des heil. Bruno, der seinen Mönchen 
ihre Regel gicbt. In vaterliinrlischen Bildcrsüleil ist er nicht 
Selten, und in auswärtigen wird er sehr geschützt. Die Decken- 
gewölbe in Gesü Nuovo und S. Paolo weisen ihm einen aus- 
gezeichneten Platz unter den Wandmalern an. Er war fleissig 
und auf Vollendung stets bedacht, so lange er ehelos war; als 
er sich nachher mit einer Adeligen verheirathete, arbeitete er 
viel, um ihren grossen Aufwand zu bestreiten, und lieferte 
Mangelhaftes. Fast möchte man Cocchi in seinem _Rugi0na- 
mento del matrinwnio Recht geben, der S. 40 den zeichnen- 
den Künstlern die Ehe misrieth. 
Massimafs Schule war an berühmten Zöglingen frucht- 
bar, was eine Folge seiner Lehrart und seines Rufes war; und 
so bewährte sich jenes Sprüchwort Primus zliseemli arllor est 
nobililas magistri (ein edler Meister befeuert am meisten zum 
Lernen). Muzic Rossi, der aus seiner Schule zu Guido 
überging, war würdig, im l8ten Jahre in der Karthause zu 
Bologna neben vollendeten Künstlern zu malen, und stand der 
Vergleichung; aber dieser seltene Spross ward bald vom Tode 
gefällt, und selbst sein Geburtsort hat nichts von ihm; denn 
die 'l'ribune des heil. Petrus in Majella, die er kurz vor seinem
        

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