Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290183
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Unteritalien, 
Viertes Buch. 
Neapelische Schule. 
hintergangen, so vielen Künstlern den Knoten einer kläglichen 
und vielfältigen Tragödie'geschürzt hatten, im letzten Acte 
keine siisse Frucht ihrer Bosheit. Und die billige Nachwelt, 
welche ihnen Allen Domeniehvinoi vorgezogen sieht, anag 
daraus lernen, dass, wer seinen Ruf und sein Glück auf 
unterdrücktes fremdes Verdienst gründet, auf Sand baut. 
Als nun die Neapler Schule immer mehr gute Muster er- 
hielt, vermehrte sich auch die Zahl geschmackvoller Künstler 
durch Lehre und Werke der erwähnten Meister; denn es liegt 
"viel Wahres in Passeri's Bemerkung: dass dem, welcher 
hinliingliche Anlage zum Lernen hat, todte Werke eben so 
lehrreich sind, als lebendiges Wort. Den Geistern Neapels ge- 
reicht es zur Ehre, dass sie unter so mannichfaltigen neuen 
Stylen immer die besten wählten. Cesari bekam dort keine 
Anhänger, Lnigi Roderigo ausgenommen G), der aus Bel- 
lisariow Schule in seine überging, aber nicht aufhörte Ma- 
nierist zu seyn, jedoch eine gewisse Anmuth und Gewähltheit 
sich aneignete, die er früher nicht hatte. Diese flüsstc er auch sei- 
nem Nellen Gianbernarilinoein, der, weil er CesarPg 
Styl nahe kam, von den Karthüusern gßwülllt wurde, die Ar- 
beit zu vollenden, die jener unvollendet gelassen. 
So folgten denn fast alle der Spur der Caraccisten, 
und besser, als jeder andere, betrat diese Bahn der Ritt. Mag- 
simo Stanzioni, der von Einigen für das ansgclnachte 
Muster der Ncapler Schule gehalten wird, wovon er, wie ge- 
sagt, viel Iviunde gesammelt hat. Ein Schüler des Caraeeig- 
10, welchem er im Geschmack verwandt ist, nützte er auch 
Lanfranco, den er in einer Iidsehr. seinen Meister nennt, 
6) Anders wird von ihm in den [Vleuzorie de" pfltnri messin, ge- 
Sprachen, und bemerkt, sein wahrer Stammname sei Rodrigue-z, 
er habe in Rom sludirt, dann in Neapel gearbeitet, in dessen Wüag. 
weisern er oft genannt wird. Ferner, sein Bruder Alonso habe 
ihn seine Römischen Geschmacks wegen Knecht des Allen genannt, 
wogegen er ihn, der in Venedig gebildet war, Knecht der Natur 
nannte. Uehrigens war sein Bruder Alonßo, der in Sicilien lebte, 
angesehener, malte viel und gut. V0rlrefilich malte er insbesondere 
den Schafdeich in S. Casino de" Medici und zwei Gründer lileasina"; 
im Ralhhause; ein Werk, wofür er 1000 Scudi bekam. Als Bar- 
balnngß ankam, verfiel er und bekam weniger Aufträge. Dennoch 
aber versagte ihm dieser seiuu Achtung nicht, sondern nannte ihn 
den Sicilischcn Caracci. L.
        

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