Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290170
Dritter Zeitr. 
Corenzio. Rib. 
Carncciolu. Freunde. 
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ohne Namen, Abkratzen des Gemalten, Asehenmischung in den 
Kalk, damit der Anwurf risse und abliele;,und mit der fein-x 
sten Bosheit liessen sie bei ihm vom Vicekönig einige Bilder 
für seinen Hof zu Madrid bestellen. Diese kaum noch entwor- 
fenen Bilder wurden ihm aus 'dcm Arbeitszimmer genommen 
und nach Hofe gebracht, wo Spagnoletto sie hier und da 
zu übermalen befahl und ohne ihm Zeit zur Vollendung zu 
lassen, sie an die Behörde sendete. Die Tücke des Nebenbuh- 
lers, die Betriibnis der Abgeordneten, welche die Arbeit immer 
verzögert sahen, der Argwohn eines Unglücks vermochten end- 
lich Domenichino, heimlich nach Rom zu reisen, in der 
Hoifnung, von da aus seine Angelegenheiten besser zu betrei- 
ben. Als das Gerücht von dieser Flucht still geworden, und 
er neue Maasregeln für seine Ruhe genommen hatte, kehrte er 
wieder an seine Arbeit zurück, malte die Geschichten umher, 
den Grund der Kuppel, und förderte auch seine Bilder. 
Eh er sie aber beendete, ward er vom Tode überrascht, 
der ihm entweder durch Gift beschleunigt wurde, oder doch 
durch den schweren Verdruss, welchen ihm die Nebenbuhler be- 
reiteten , und der vollends auf's höchste stieg, als sein alter 
Widersacher Lanfranco ankam. Er ward Zampieri bei- 
gegeben, um die Wölbung der Capelle zu malen, so wie 
Spßgnoletto zu einem Oelbilde, zu einem andern der Rit- 
ter Stan zione; und jeder von Ehrgeiz getrieben suchte mit 
Domenichino mindestens zu wetteifern, wenn auch nicht 
ihn zu übertreffen. Caracciolo war todt. Bellisario 
hatte Alters wegen keinen Antheil, und nicht lange darauf be- 
gab sich's, dass er ein Geriiste bestieg, um einige seiner Wand- 
bilder zu iibermalen, herabstiirzte und starb. Auch Spagno- 
letto hatte kein wünschenswerthes Ende; denn, weil ihm eine 
Tochter entehrt und er aus Gewissensangst wegen der unwür- 
digen Verfolgungen sich selbst verhasst gewordenwar und das 
Licht cheute, begab er sich auf's Meer; man weiss nicht, wo- 
hin er geflohen und wo er gestorben, wenn man der in Nea- 
pel geschriebenen Geschichte glauben darf. Die Spanische des 
Palomino lässt ihn in Neapel 1657 im 67. Jahre sterben, 
aber auch nicht ohne die angegebene Gewissensangst. So ern- 
teten denn drei ehrgeizige Männer, die bald mit Gewalt, bald 
mit List den edeln Sinn und Geschmack so vieler Kunstfreuiule
        

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