Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290163
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Unteritalien. 
Viertes Budh. 
Neapelische Schule. 
Genius für grosse Arbeiten. So kehrte denn der herrliche 
Künstler in der brennendsten Hundstagshitze nach Rom zurück, 
Wo er bald nachher starb. Am meisten aber ward den Auswär- 
tigen die Capelle des heil. Januarius verleidet, welche die Ab- 
geordneten demRitter von Arpin o übertragen wollten, als er 
das Chor jener Karthause malte. Bellisario verbündete sich 
mit dem ebenfalls stolzen und heimtückischen Spagnoletto, 
und Caracciolo, die nach jenem Auftrage trachteten, und 
machte ihm so zu schaffen, dass der Arpinat, eh er noch das 
Chor vollendete, nach Monte Cassino flüchtete, und von da 
nach Rom zurückkehrte. Das Werk wurde Guido übertragen; 
aber nicht lange darauf prügcltcn zwei Unbekannte seinen Be- 
dienten durch und licssen ihm durch diesen sagen, er möchte 
entweder den Tod gewärtigen, oder sofort abreisen; wie er denn 
that. Guid0's Schüler, Gessi, liess sich durch dies Bei- 
spiel nicht abschrecken, sondern bat und erhielt den grossen 
Auftrag und begab sich mit zwei Gehülfen nach Neapel, Gi o. 
Battita Ruggieri und Lorenzo Menini. Diese wur- 
den meuchlings auf eine Galeere gelockt, wie um sie zu sehen, 
die Anker gelichtct und so ie fortgeschaift, zu grosser Betrüb-" 
nis des Meisters, der trotz allen Erkundigungen auch in Rom, 
keine Kunde in Neapel erhalten konnte. 
Da nun auch Gessi abreisete und die Abgeordneten die 
Holihung aufgaben, in ihrem Vorhaben glücklich zu seyn, so 
hatten sie den Bänken dieser Alleinhändlcr miilig nachgegeben, 
dem Corenzio und Caracciolo die Frescoarbeit übertra- 
gen, Spagnoletto aber die Hoffnung auf die Tafelbilder ge- 
lassen, als sie auf einmal ihren Entschluss bereuten, den Wand- 
malern ihre Arbeit verderben liessen und die ganze Ausmalung 
der Capelle dem Domenichino verhandelten. Zur Ehre 
dieer trefllichen und grossmüthigen Ritter darf nicht verschwie- 
gen werden, dass sie für jede ganze Figur l00, für jede halbe 
50, und für jeden Kopf 25 Dueaten bedungen. Auch für die 
Ruhe des Künstlers sorgten sie, indem sie vom Vieekönig 
schwere Drohbefehle gegen diese Meutmacher erwirkten. Aber 
das half nichts. Ihn für einen kalten und abgeschmackten 
Maler ausgeben, und bei denen, welche mit den Ohren sehen, 
wie es deren allenthalben gar viele gicbt, verschreien, war 
Kleinigkeit. Sie beunruhigten ihn durch Verläumdungcn, Briefe
        

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