Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290146
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Unten-Hallen. 
Viertes Buch. 
Neapelisclne Schule. 
Giordano, einen tüchtigen Maler bilden und mit den ersten 
Lichtern der Kunst wetteifern könnte. Ungewöhnlich schön 
und fast Tizianisch ist das lilartyrthum des heil. Januarius 
in der K. Capelle, und der heil. Hieronymus in der Trinitri. 
Dieser Heilige war ihm ein Liehlingsgegenstand. Von seinen 
ganzen oder halben Figuren sieht man eine Menge in den Bil- 
dprsammlungeil, in der Paniilischen zu Rom ungefähr fünf, 
alle verschieden. Auch andere Bilder von ähnlichem Charakter, 
'Anachoreten, Propheten, Apostel sind nicht selten, wo die An- 
deutung der Knochen und Muskeln und der Ernst der Gesich- 
ter verwaltet, die er meistens nach der Natur malt. In dem- 
selben Geschmack sind gewöhnlich seine Profanbilder, wo er 
gern Alte und Philosophen darstellte, wie jenen Caravag- 
gisehen Demokritus und Heraklitus, welchen der Mar. Giro- 
lamo Durazzo in einem seiner Zimmer hat. Wenn er ge- 
schichtliche Aufgaben zu wühlen-hatte, waren die grässlichsten 
ihm die liehsten, wie Hinrichtungen, Folterungen, unter wel- 
chen der Ixion auf dem Rade in Madrid im Palast Buen Re- 
tiro berühmt ist. Riberafs Werke sind sehr hiiulig, in lta- 
lien. besonders und Spanien. Seine Schüler zeichneten sich 
meistens in der nieder-n Malerei aus, und werden demnach 
gegen Ende dieses Zeitraums erwähnt werden 4). Mit ih- 
nen werden wir auch die Wenigen nennen, welche ihn trePll 
lieh in ganzen und halben Figuren nachahmten; wobei wir 
denn nicht umhin können werden, dem Leser zu betheuern, 
dass man nicht etwa muthmasslich, sondern glauhlich die mei- 
sten Sp agn oletti der Gallerien für fälschlich so genannte, und 
vielmehr für Werke der Schule zu halten hat. 
Giambatista Caraceiolo, anfangs Francesco Im- 
parato's, dann Cnravaggifs Jünger, war schon in sein 
Mannsalten getreten, eh er Arbeiten lieferte, die ihm einen Na- 
man machen konnten. Hierauf ging er, von Annihale's Ruf 
und Bewunderung angeregt, nach Rom, wo er mit anhaltsamem 
Eifer in der Farnesischen Gallerie, die er genau copirte, sich 
zum wahren Zeichner bildete und ein guter Caraceist ward 5). 
4) Vgl, Goethe's Ufinckelmnnn S. 173 f. W. 
5) Unter Annibalehz Schülern finde ich Carlo Sellito er- 
wähnt, dem auch Guarienti in leinenl Abbecedario eine Stelle
        

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