Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290121
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Unteritalien. 
Viertes Buch. 
Neapelische Schule. 
in vielen Stücken mit dem Style des Ritters von Arpino über- 
einkamz), in andern etwas von der Venediger Schule hatte; 
doch nicht ohne einige Eigenthümlichkeit, besonders in den 
Glorien, die er mit tiefen, s0'zu sagen rcgenschwangern vVol- 
ken umzieht, fruchtbar an Erfindung, wie Massimo über ihn 
urtheilt, aber nicht wählsam. Er malte sehr wenig in Oel, 
wiewol er in Kraft und Verbindungdes Colorits viel Verdienst 
hatte. Habgier trieb ihn zu grossen Wandbilalern an, wo er 
denn im Auflinden von Abtheilungen glücklich war, voll, man- 
niehfaltig, entschlossen, von'guter Wirkung im Ganzen, ja, wol 
ileissig im Einzelnen, und, wenn ihm ein tüchtiger Mitwerber 
nahe war, correct, wie in der Karthause in der Capelle des 
heil. Januarius. Hier wendete er allen Fleiss an, weil ihn 
Caracci0l0's Nähe spornte, der dort ein lange als sein 
schönstes Werk bewundertes und nachher in das Kloster ge- 
brachtes Bild aufgestellt hatte. In andern Kirchen sind heilige 
Geschichten in kleinen Verhältnissen von ihm, welche Dom i- 
niei sehr lobt, mit dem Zusatz, dass er dem berühmten Au- 
siehtenmaler M r. Desiderio half, und wunderbar angemes- 
sene kleine Figuren zu seinen Ansichten malte. 
Giuseppe RibenUs Vaterland ist streitig. Palo- 
mino macht ihn, nach Sandrarvs und Orlandi's Vor- 
gang, zu einem Spanier und führt zum Beweise ein Bild deg 
heil. Matlhiixls an mit der Unterschrift: Jusepe de Ribera es- 
puiul de In ciudatl de Xalivlz, reyno de Vulencia, Acallemico 
rumano aüo 1630. Die Neapolitaner versichern, er sei in der 
Nähe von Lecce, aber von einem Spanischen Vater geboren, 
habe, um sich der Regierung, die Spanisch war, zu empfehlen, 
dieses Ursprungs sich geriihmt und so unterzeichnet, weshalb 
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2) Im 3. R_ der Lau. pillor. ist ein Brief des P. Sebastiann 
llesta dell' Oratorio, wo er sagt, es sei ihm wahrscheinlich, 
der Ritter von Arpino habe ihm als Jüngling nachgeahmt. Dies kann 
man nicht zugeben, wenn man weiss. dass Cesari sich in Rom bil_ 
dete, und dass es ungewiss ist, nb er in Neapel sich niedergelassen, 
eh er erwachsen war, Uebrigens haben diese ungefähre Aehnlieh- 
keit nicht nur diese Beiden, sondern viele andere Künstler. In dem- 
Reiben Briefe wird Cnrenzio der Ritter Bellisario genannt und 
einige Anekdoten von ihm erzählt, worunter auch die, dass er 120 
Jahr alt geworden. Dies ist ein llrlährchen, welches der Vf. glaubte. 
S. Tirabusclziin Antonio AllegrPs Leben, WO noch andere 
Belege seiner Leiclxtgläubigkeit gegeben werden. L.
        

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