Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290096
Zw. Zeitr. Einfluss Raill u. Michel. auf d. Neapol. Schuie. 
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Baukünstler und Maler. In manchen Bildern hat er etwas 
Trockenes; es waren aber vielleicht seine ersten; denn in an- 
dern hat er wieder eine Fülle der Zeichnung und was immer 
an einem guten neuern Maler gefallen kann. Sehr gelobt wird 
im TVegu-eiser in Asculi das Bild im Betsaale des Ccnjms do- 
mini, U. H., der den Aposteln das Abendmahl spendet. 
Pompeo dell, Aquila ist ein fleissiger Maler von sanfi 
ter Farbengebung, nach Orlandi, ,der _in Aquila viele Bilder, 
besonders meisterhafte Wandgemälde von ihm sah. In Rom 
im S. Spirito in Sassia ist eine schöne Kreuzabnahme von 
ihm. Baglione und alle Gesehichtschreiber seiner Zeit über- 
gehen ihn. Giuseppe Valeriani, ein anderer Aquilaner, 
wird in mehrern Schriften erwähnt. Er arbeitete in derselben 
Zeit und in. derselben Kirche di S, Spirito, wo eine Verklärung 
von seiner Hand ist. Man sieht darin das Streben, F. Se- 
bastiano nachzuahmen; aber er ist schwerfällig in der Zeich- 
nung und zu trübe im Colorit. Als er nachher in die Ge- 
sellschaft Jesu trat, milderte er diese erste Manier. Das Beste 
von ihm ist eine Verkündigung in einer Jesuitencapelle nebst 
andern Geschichten U. L. F., wo man schöne, von Seipione 
da Gaeta hinzugemalte Gewänder sieht. Seiner Geburt nach 
gehört auch er dem Königreich Neapel an; jedoch ist von ihm 
und dem Ritter di Arpino, die in Rom lehrten, unter den 
Meistern jener Schule gehandelt worden.  
Marco Mazzaroppi di S. Germane lebte nicht lan- 
ge, ist aber in guten Sammlungen wegen eines natürlichen und 
fast an die Niederländische Lebendigkeit gränzenden Styls be- 
liebtf In Capua schützt man 'i'afel- lund andere Bilder von 
Gio. Pietro Russo, der, nach einem Studium in mchrern 
Schulen dahin zuriickkehrle und viel und löblicll arbeitete. 
Matt eo da Lecce, ich Weiss nicht wo unterrichtet, zeigte 
sich in Rom als Michelangclisten, oder nach Andern als 
Salviatisten. Allerdings legte er sich sehr auf derben Glie- 
derausdruck und llluskelandeutung. Meistens malte er a fresco; 
man lobt seinen Propheten, den er für die Gesellschaft des 
Kirchenbanncrs malte, der so hervortritt, dass er, wie Ba- 
glione sagt, aus der Mauer springen zu wollen scheint. 
iViewol damals viel Florentiner in Rom waren, schien er doch 
der einzige, der Michelangelcfs Gericht gßgellülwi döll
        

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