Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290052
Zw. Zeitr. 
Einfluss Half. u. M ichel. auf djNeapol. Schule. 
571 
heil. Petrus Martyr in dessen Kirche zu Neapel als das beste 
bis dahin dort gelieferte Bild empfahl. Man darf diesen Fran- 
cesco nicht mit Girolamo lmparato, seinem Sohne, ver- 
wechseln, der nach Ausgang des sechzehnten Jahrhunderts in 
grossem, vielleicht unverdicntem Rufe stand. Er hatte den 
Venediger, und zuweilen den Lombardisehen Styl, weil auch 
er Coloril: zu studiren gereiset war; der Rosenkranz in der 
Kirche des heil. Thomas von Aquino, wie andere Werke, sind 
die Frucht seines Strebens. Der Ritter Stanzioni, der ihn 
kannte und sein Nebenbuhler war, setzt ihn dem Vater in Ge- 
schicklichkeit nach und schildert ihn als einen mit seinem Wis- 
sen ungemein Prunkenden. 
Nach den Raffaelisten, deren Folgereihe wir hiermit 
geschlossen haben, sah die Neapler Schule zwei anderwiirts er- 
wähnte Nachtreter Michelangelo-W; den ersten, Vasari, 
welcher 1544 den Speisesaal der Olivetaner Mönche zu malen 
berufen ward, und nachher viele Aufträge erhielt, die er theils 
in Neapel, theils in Rom vollzog. Dort half er in der Bau- 
kunst, worin er mehr leistete, als in der Malerei, und gestal- 
tete diesen im sogenannten gothischen Styl gebauten Ort um, 
veränderte das Gewölb, schmückte die Arbeit mit neuerer Stuc- 
catur, die man in Neapel noch nicht gesehen hatte, und malte 
eine bedeutende Menge von Figuren mit der Schnelligkeit und 
Mittelmiissigkeit, die seine Arbeiten grösstentheils bezeichnet. 
Er blieb ein Jahr dort, und was er der Stadt genützt, mag 
er hier selbst aussprechen! „Es ist merkwürdig," sagt er, 
"dass nach Giotto in einer so edlen und grossen Stadt keine 
Meister waren, die in der Malerei etwas YViehtiges geleistet, 
wiewol Einiges aus Peruginws und RaffaePs Hand her- 
I vorgegangen war. Darum nun strebte ich, nach meinen ge- 
ringen Kräften, dahin, dass die Geister dieses Staats zu gros- 
sen und ehrenwerthexi Leistungen geweckt würden; und mag 
nun dies, oder Anderes gewirkt haben, seitdem sind in Stucco 
und Malerei ausser den obgenannten viel schöne Arbeiten ge- 
liefert worden." Es ist nicht leicht zu errathen, warum Va- 
sari die Bilder mehrerer wacker-er Künstler, selbst des An- 
drea von Salerno nicht für gross hielt; ja, warum er einen 
so ausgezeichneten Künstler nicht einmal genannt, der seiner 
Geschichte mehr Ehre gemacht haben würde, als sie ihm ver-
        

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