Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289976
ZW. Zeitr. Einfluss Raff. u. Michel. auf d N eapoLSchule. 
563 
burtsort verlassen hatten, und dieses, oder jenes Meisters Styl 
zurüekbraehtcn, und je nachdem die Fürsten und Grossen des 
Reichs die besten Ausländer einluden, oder doch wenigstens 
brauchten; worin Neapel keiner andern Stadt Italiens, Rom 
ausgenommen, nachsteht. S0 hat denn dieser Ort stets tüch- 
tige Maler gehabt, welche eine so grosse, an Palästen und Kir- 
chen gleich reiche Mutterstadt verzierten. Nie hat es ihr an 
grossen Geistern gefehlt, welche sie in Menge für alle Strebun- 
gen hat, besonders aber für solche, die eine glühende Ein- 
bildungskraft und.ein gewisses beseelendes Feuer verlangen. 
Daher konnte ein sehr gebildeter Gelehrter und Maler zugleich 
sagen, kein Theil Italiens könne sich einer gleichen Anzahl 
geborener Maler rühmen; mit soviel Begeisterung, Phantasie 
und Freiheit sind grosscntheils die Arbeiten dieser Künstler 
gefertigt. Daher rührt auch die von Alten (Plin. NG. 35, ll.) 
und Neuen, wenn sie nur nicht ohne die übrigen Gaben ist, 
gelobte Schnelligkeit. llleisterxtheils aber schliesst sie leider 
die vollendete Zeichnung aus, die denn auch Wenigen dieser 
Schule zu Theil geworden. Auch das ldealschüue hat man 
nicht sehr studirt; die meisten haben, wie Naturalisten pflegen, 
die Phjjsiognomien und Bewegungen der Figuren von dem Volke 
entlehnt", bald mit mehr, bald mit weniger Wahl. lm Colorit 
hat diese Schule ihre Grundsätze nach den Zeiten gewechselt. 
In Erfindung und Composition ist sie reich, aber nicht fleissig. 
lllr hvcchselgeschick wird im Verlauf erörtert werden. 
Nicht unter fröhlieheren Vorbcdeutungen konnte in Neapel 
die neuere Malerei beginnen, als sie wirklich begann. Pietro 
Perugino hatte eine Himmelfahrt U. L. F. gcnralt, die jetzt 
im Dom seyn soll, oder in S. Rcparata, der ältesten mit dem 
neuen Dom spiitcrhin verbirndeuen Hauptkirche. Dies Werk 
hatte die Bahn zum bessern Geschmack gebrochen. Als Raf- 
fael und seine Schule in Aufnahme kamen, benutzte dies 
Neapel mittels einiger Schüler unter allen Städten zuerst; zu 
jenen Schülern kamen noch gegen die Hälfte des Jahrhunderts, 
einige Anhänger Mich elangeloes. Und so sah denn diese 
Schule bis beinahe 1600 nichts, als diese hohen hlnster und 
deren Nachahmer, ausser dass Einige auch Tizian sich er- 
gaben. 
Wir erölfnen die neue Reihe mit Andrea Sabbatini 
Nn
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.