Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289931
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
559 
Kehren wir jedoch zu Solario's Schülern zurück! Un- 
ter dieser Menge war auch Niccola di Vito, welcher we- 
gen seiner seltsamen Laune und eigenen Possenhaftigkeit der 
Buffalmacco dieser Schule heisen kann, übrigens ein für 
die Kunstgeschichte nicht anziehender Dutzendmaler. Simone 
Papa fertigte kein grösseres Werk, welches man mit einem 
des Meisters vergleichen könnte, sondern beschränkte sich auf 
Altarbilder von wenigen nicht übel zusammengestellten, und 
mit besonderm Fleiss gemalten Figuren, wo er denn manchmal 
dem Zingaro gleichkam, wie in einem für die Kirche S. 
Maria Nuova gemalten Michael. Eben dahin scheint Angin- 
lillo di Roccadirame zu gehören, der in der Brigitten- 
kirche diese Heilige darstellte, wie sie in einem Gesicht die 
Geburt Christi anschaut; ein Bild, welches kaum Kenner von 
dem Style des Meisters unterscheiden können! Bekannter und. 
würdiger sind Pietro und Polito (Hippolyt) del Don- 
zello, Angiolo Franc0's Stiefsülme, und Verwandte des 
berühmten Baumeisters Giuliano da M ajano, von welchem 
sie die Baukunst erlernten. Sie sind die ersten Maler der 
Neaplei- Schule, welche Vasari erwähnt, ohne jedoch ihren 
Meister, oder Geburtsort anzugeben, so vielmehr, das man sie 
eher für Toscaner halten würde. Er sagt, dass, als Giuliano 
widersprechenden Briefe entnehme ich gerade genug, wenn ich nicht 
irre, sie zu hestättigen. Für's erste nämlich fällt damit das Vorge- 
ben weg, die Uelmalerei sei aus Neapel gekommen, indem sich er- 
giebt, dass Colantonio durch Vermittelung des König sie von 
Flandern überkam. Ziveitens wird van Eyck hier nicht. genannt, 
sondern nur die Malerei in Flandern, welches, wie bemerkt, früher 
als Italien neue, zwar unvollkommene und minder richtige Verfah- 
rungsweisen erfunden, die aber doch besser waren, als die Malerei 
mit Wasserfarben; und wer weiss, ob die des Cnlantonio nicht 
eine solche wßr. Drittens wird gesagt, er sei jung gestorben; ein 
Umstand, welcher wol glauhlich macht, dass er schwerlich das Ge- 
heimnis mittheilte. In der That weiss man nicht, dass er es seinem 
Eidmn lehrte; wieviel weniger also einem Fremden? Viertens ergieht 
sich alsu AntonelloNs nuthwendige Reise zu E yck, Vvelchgr 
schon alt und nicht ohne Mühe ihm das Geheimnis mitlhcilte. Zu- 
gegeben endlich, was Riilolfo als Augenzeuge, wie es scheint, m18 
berichtet, das! Anton ello 1490 in Trevigi gemalt, und vms Vn- 
sari sagt, dass er ilicht über 49 Jahr ulL geworden  wie konnte er 
denn Srhüler des Colnntonin seyn, der nach Düminici 14H 
tarb"! Furchtsam trage ich iliese meine Bedenken über diese Lebens- 
umstände vor, an welchen ich ehmals zweifelte, so dass ich Illam-hes 
unentschieden lassen, hlaxiches mehr nach fremden, als meinen eige- 
ncn Ansichten bestimmen musste. L.
        

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