Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289925
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Ünteritalien. 
Viertes Buch. 
N eapelische Schule. 
von dessen Berühmtheit wir im ersten Zeitraume der Venedig-er 
Schule sprechen werden? Dagegen, wer kannte denn Colan- 
tonio ausserhalb Neapel und dem Königreiche? "wer trachtete 
denn so eifrig nach Solariws Arbeiten? Und war nun die- 
ser Schüler und Eidam eines Künstlers, der so schön in Oel 
nnalte, wie lernte er doch dies Verfahren nicht, oder that sich 
darin nicht hervor? Warum malte denn er, warum malten 
seine Schüler a tempera?! Warum schilften denn die Si- 
cilianer, wie wir sehen werden, nach Venedig, WO Antonello 
war, um sich zu unterrichten, und hielten sich in Neapel nicht 
auf ? Warum bezeugte denn Venedig, dieser Europäische Sm- 
pelplatz, der jedes falsche Gerücht leicht Lügen strafen konnte, 
beim Tode des Messiners, er sei der Erste in Italien gewesen, 
der in Oel gemalt, und stellte niemand ihm einen Solario, 
oder Colantonio entgegen? 9) Also verstanden diese damals 
diese Kunst noch nicht, oder nicht so vollkommen, dass man 
Vasari, oder die gewöhnliehere Meinung von Antonelln 
verwerfen konnte. Dominici ist noch weiter gegangen und 
hat dies Verfahren au Neapel an v an Eyck selbst nach Flan- 
dern gelangen lassen. Nach obigen Bemerkungen brauche ich 
hierauf wol nicht zu antworten m). 
9) Die Inschrift im Namen der Venediger Maler wird von Ri- 
dolfi S. 47 angeführt: Antonius piclor praecipuum Messanas suae 
v! tolius Siciliae vrnamentum lwc luuna contegitur: man Salum suis 
picmris, in guibus singulare arhjficium et venustus fuit, sed et guod 
cularibus olea miscendis splendnrem et perpetuitaterlz priuzus I t a- 
liae picturae cantulil, summa semp er arlificum sludia, ce. 
lebralus. L-  
10) Ein Brief Summonziow vom 20. März 1524 it mir vom 
Ritter de' Lszura. aus dem üOsten Bande der geschichtlichen 
Hdschn, welche Prof. Daniel France sconi in Venedig angekauft 
hat, mitgetheilt worden. Er ist an M, A. Michele gerichtet, der 
ihn über die alten und neuen Neapler Künstler befragt hatte. "Von 
dieser Zeit an" (des Königs Vtlladislaus, heisst es da) "haben wir 
bis auf unsern Neapler Meister Colantonio keinen so für die 
Malerei Gesegneten gehabt, der, wenn er nicht jung gestorben wäre, 
Grosses geleistet hätte. Er gelangte durch Schuld der Zeit nicht zu 
vollendeter Zeichnung der alten Denkmale, wie sein Schüler Anto- 
nello von Messina, der, wie ich höre, unter euch bekannt ist, 
Colanto nio's Kunst war ganz, wiedie damalige Zeit und Male. 
rei in Flandern mit sich brächte, für welches er so eingenommen war, 
das er dahin gehen wollte. König Rainer aber hielt ihn hier zurück, 
indem er ihm selbst das Verfahren und die Behandlung dieser Ma- 
lerei zeigte u, s. w." Aus diesem, meinen Behauptungen scheinbar
        

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