Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284259
Vorwort. 
XIII! 
ein miltelmässiger Maler kennt gewöhnlich die Kunstaus- 
drücke, die Geschicklichkeit der Künstler seines Landes, 
die zu wählenden Mulsier besser, als ein gewandter Kunst- 
freund. Da indess Waler, welche ihre Leinwand bema" 
len , selten 
ben haben, 
weder YVisscnschaft, noch Masse 
so müssen sich wol Andere, mit 
zu schrei- 
ihrem Bei- 
stande jedoch, 
diesem 
Geschäft 
unterziehen 19). 
Durch diese wechselseitige Unterstützung des Malers 
und des Gelehrten, und umgekehrt, ist die Geschichte 
der Kunst immer sehr gefördert worden; und über das' 
Verdienst jedes vorzüglichen Meisters ist nach gerade so- 
viel geschrieben worden, dass ein Gescbichtsehreiber füg- 
lich und gehörig davon sprechen kann. Am Ineisten frei- 
lich achte ich die Urtbeile, die unmittelbar von grossen 
und walirhaften Künstlern herrühren. Die wenigen von 
54.2.11 
19) Des jüngern Plinius Wort (Er. 10 des ersten Buches): (16 
pictore, sculplarc, fusore iudicare nfsi arhfbr nun polest, kann zwar 
höchstens einige Feinheiten der Kunst betreffen, welche dem ungeübten 
Auge unbemerkt bleiben. Denn übrigens steht nicht einzusehen, Wil- 
rum uns erst ein Illaler zuflüstern müsse, was schöne, oder hässliche 
Gestalt, natürliche, oder unwahre Färbung, Einheit, Einklang, und 
Ausdruck, was Venezianer, oder Römischer Geschmack sey. WVsrüm 
3011 denn nur des Künstlers Wort gelten? L.   Mit allem Recht eifert 
"der Vf. gegen diese Anmassung übermiithiger und aufgeblnsencr, 01'! 
sehr mittelmässiger Künstler. Als ob nicht auch die Technik, wiewol 
nicht ausgeübt, doch erlernt und zur Klarheit der Vorstellung von Je- 
dem gebracht werden könnte! Ueber alles, was Forum und Gehalt, 
Gedanke und dessen Vergliederung und "Verleiblichuxig, kurz was am 
Ende Geist, eines Kunstwerkes heisst, hat der Künstler selbst oft 
gerade am wenigsten Stimme. Er kann viel eher durch ungleichmäßige 
Ausbildung technischer Fertigkeit bedingt, irrgeleitet und zu Verletzung 
oder Verkennung des Schönen genöthigt werden. Das wahre Kunst- 
urtheil ist ja nicht blass Wort, gegenüber der That, sondern vielmehr 
die nur in den Geist, worin sie erst gebunden lag, als frei und cnt- 
wickelt zurückgenommen Thst. Wl
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.