Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289912
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
557 
wesen, der die Oelmalerei kunstgerecht behandelt, glaube ich 
behaupten zu können, oder wenigstens ist das Gegentheil noch 
nicht erwiesen. Gleichwol ist ihm in der Geschichte beider 
Sicilien dies Verdienst mehr als irgendwo streitig gemacht 
worden. Dort nämlich wird "eine Capelle des lilessinischen 
Doms, welche della Madonna della Lettera heisst, beschrieben, 
wo ein Griechisches sehr altes Bild U. L. F. verehrt wird, 
das in Oel gemalt seyn soll. Dürfte man nun dies einräu- 
men, so wäre doch darum Antonello nicht weniger zu Io- 
ben, dass er ein so schönes, bereits vergessenes Verfahren wie- 
der in Aufnahme unter uns gebracht. Aber an jenen Griechi- 
schen Bildern ist Wachs für Oel gehalten worden, wie schon, 
oben gesagt worden. Marco von Siena behauptet in einem 
uns von Dominici aufbewahrten Bruehstüek eines Gesprächs, 
die Neapler Maler des vierzehnten Jahrhunderts seien in bei- 
den Arten, uuf Kalk und in Oel zu malen, immer mehr fort- 
geschritten. Nun lese man abeinnochmals, was oben über ei- 
nen Versuch von Oelmalerei vor Antonello gesagt wurde, 
und erlaube mir zugleich, dem Pino allein nicht auf sein 
Wort zu glauben. ln Neapel sind viele Gemälde von 1300 
vorhanden; warum hat man denn diese bei dieser streitigen 
Frage nicht untersucht, noch angeführt, und alles Gewicht bloss 
auf eine Arbeit Colantoniws gelegt? Einige Landsleute, 
und nochjüngst Signorelli in der Ccltura delle due Sici- 
lie (T. III. p. 171) haben behauptet, eben Col-antonio del 
Fiore habe zuerst in Oel gemalt, und führen zum Beweis 
gerade das vorgenannte Bild des heil. Hieronymußund ein an- 
deres in S. Maria Nuova an. Piaecnza, der sie gesehen, 
sagt: „er habe nicht unterscheiden können, ob diese Bilder 
Wirklich in Oel gemalt seien." Dass es nun schwer sei, über 
dergleichen Bilder sicher zu urtheilen, benwrkte auch Zanet- 
ti (T. V. p. 20) und bei van Eyck habe ich Beispiele da- 
von angeßührt, welche hoffentlich jeden Leser überzeugt haben. 
Davon aber auch abgesehen, woher kommt es denn, dass in 
wenig Jahren van Eyck's Name in ganz Europa berühmt 
wurde, alle Maler sich an ihn wendeten, jeder Fürst seine Werke 
suchte, und wer ihn nicht haben konnte, seine Schüler min- 
destens, oder wieder deren Schüler sich gefallen liess, Ausse, 
Hugo von Antwerpen, Antonello, Ruggileri besonders,
        

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