Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289904
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Unteritalien. 
Viertes Buch. 
N eapelische Schule. 
nach 49 Jahren, also in 1496 verlegt, Ist aber dies, wie konnte 
er Johann von Brugge kennen? und leugnet man dies, wie 
kann man eine so einhällige Uebcrlieferung so vieler Schulen 
Lügen strafen? Ich glaube also vielmehr, man hat sich in 
seiner Jahre Zahl geirrt, und er ist schon bejahrt gestorben. 
Damit thut man auch Vasari nicht Unrecht, von welchem 
übrigens Andere dasselbe bemerken, was wir seines Orts eigens 
beweisen, dass er hinsichtlich der Venediger Angelegenheiten, 
worüber er übelberichtete Mitarbeiter hatte, fast auf jeder Seite 
irrt. Ferner glaube ich, dass er überAntonellWs Aufent- 
halt in Venedig minder genau geschrieben. Dass er nun 1450 
dort gewesen und dem Domenico sein Geheimnis mitgetheilt, 
das ist eine Thatsache, welche nach so vielen in Florenz über 
Domenico's Ermordung angestellten Rechtsuntersuchungen 
und so vielem Sprechen über ihn, doch wol hier sehr bezeugt 
und bekannt, auch nicht zufällig in Grillandajms oder ei- 
nes andern Zeitgenossen Nachrichten von Malern aufgezeichnet 
seyn konnte, woraus Vasari schöpfte. Dies nun zugestan- 
den, sage ich, Antonello hielt sich nicht fest von 1450 bis 
zu seinem Tode in Venedig auf, wie Vasari angicbtq El- 
schcint vielmehr nachher in mehrern Gegenden herumgereiet 
zu seyn und sich lange in Mailand aufgehalten zu haben, weil 
er ja dort grcsse Berühmtheit erlangte; abermals nach 
Venedig gegangen zu seyn und dort "etliche Jahre auf Kosten 
des Pnblicums gelebt zu haben." Dies Alles begründe ich durch 
den von H ackert angeführten Maurolico: O6 mirum bis in- 
genium Venetiis aliguot armes publice conductus uixit; Me- 
diolami quoque fuit percelebris (Hist. Sie-an. fol. 186. ed, 
prim.), und dieser ist, wenn nicht Zeitgenosse, doch wenig- 
stens nicht gar zu fern von dem Messiner. Dies ist nun die 
Vermuthung, die ich aufstelle, um die Nachrichten VasarPs, 
Ridcllfits und Zanetti's von diesem grossen Manne unter 
einander zu vereinigen; bei der Venediger Schule werde ich 
noch mehr Beweise dafür beibringen. Vielleicht ist auch ein 
Anderer hierin glücklicher, als ich, und dann werde ich mich 
darüber freuen. Denn ich habe "bei meinen Forschungen nur 
die Wahrheit zum Zweck, und freue mich, ob ich sie selbst 
entdecke, oder ein Anderer mir sie nachweise.  
Dass nun Antoncllo wirklich der Erste in Italien ge-
        

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