Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289865
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Unterilalien. 
Viertes 
Buch. 
N eapelische Schule. 
ausgezeichnet hätte, wiir' er nur in einem bessern Jahrhundert 
geboren. 
Bevor Zingaro, von welchem bald die Rede seyn wird, 
einen anderwärts gewonnenen Styl nach Neapel brachte, war- 
die Kunst daselbst wenig gediehen. Ein deutlicher Beweis ist 
Colarltonio del Fiore, Franeeseo's Schüler, der bis 
1444 lebte, von welchem Dominiei etliche Bilder anführr, 
jedoch mit dem Bedenken, ob sie nicht vielmehr Von M. Si- 
mone seien; womit er denn stillschweigend eingesteht, das; 
im Lauf eines Jahrhunderts die Kunst nicht sonderliehe Fort- 
schritte gethan. Bei alF dem scheint Colantonio sich naeh_ 
her, weil er immer arbeitete, gebessert zu haben; denn er uralte 
unter andern in einem neueren Style besonders in der Loren- 
zokirche einen heil. Hieronymus, der einem Löwen einen Dorn 
aus dem Fusse zieht, mit der Jahrzahl 1436. Dies ist ein 
Bild voll Wahrheit, welches die Conventualen eines Werths 
wegen in die Sacristei derselben Kirche sehalfteix, wo es seit 
langer Zeit von Fremden bewundert wird. Er hatte einen 
Schüler, Namens Angiolo Franco, der besser als ein an- 
derer Neapolitaner Giottrvs Styl nachahxute, nur dass er ein 
etwas stärkeres Helldunkel hatte, welches von seinem Meiste;- 
herriihrte. 
Mehr, als dieser, förderte die Kunst Antonio Solnrig, 
früher ein Schmied, gewöhnlich lo Zingaro genannt. Seine 
Geschichte hat etwas Romantisches, wie die des Quintin 
Mesis, der von seinem frühem Gewerh der Schmied heisgt; 
und aus Liebe zu einem Mädchen, welches er zu heirathen Vef_ 
sprechen hatte, wenn er gut malte, Maler ward. So verliebte 
sich auch Solario in eine Tochter Colantonio's, und als 
er hörte, dass er nach zehn Jahren das lllüdchen bekommgn 
sollte, wenn er ein tüchtiger Maler wäre, so vertauschtß er die 
Schmiede mit der lllalerwerkstatt und die Feile mit dem Pin- 
sel. Als Mittlerin dieser Heirath gehen die Geschichtschreiber 
eine Königin von Neapel an, über deren Namen Sie jedoch 
nicht einig sind, und die ich dahin gestellt seyn lasse. Was 
die Kunstgeschichte hier angeht, ist, dass er von Neapel nach 
Bologna ging, wo er mehrere Jahre Schüler des Lippe Dal- 
masio war, der auch Lippe delle Madonna hiess von 
der Zahl und Anmuth ihrer Darstellungen. Von Bologna aus
        

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