Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284249
XXII 
Vorwort; 
mich nicht darunter, wiederhole vielmehr: ich masse mir 
nicht an, durch dies Werk einen Bilderkenner nach allen 
seinen Theilen zu bilden; ich verhelfe nur dazu, dass, 
man es leichter und schneller wird. Die Geschichte der 
Malerei ist die Grundlage für den Kenner; ich suche Sie 
ihm zusammenzutragen, damit er weniger Bücher, sie ihm 
kurz zu geben, damit er weniger Zeit dazu bedürfe, und 
sie ihm so zu ordnen, dass er sie jedesmal mehr ent- 
wickelt bei Handen hat 18). 
Endlich muss ich noch einigermassen von mir selbst, 
und meinen Ürtheilen über jeden Maler Rechenschaft ge- 
ben, da ich doch selbst keiner bin. Allerdings, wenn 
Künstler selbst Fertigkeit, oder Musse genug hätten, was 
sie wissen, niederzuschreiben, so würde jeder andere, 
Schriftsteller vor ihnen die Segel streichen müssen. Schon 
18) Zur Gemäldelrennerschaft gehört allerdings unendlich viel und 
darum bleibt einem jeden noch viel in diesem Fache zu lernen übrig_ 
Die Eigenthümlichlceiten im Style und Colorit grosser Meister 
prägen sich der Einbildungskrnft tief ein, ja selbst unbedeutenden: 
Künstler Manieren bewahrt das Gedäclxtniss treu auf, so dass in der 
Erinnerung die Werke eines Meisters, die wir gesehen haben, hervor- 
treten, wenn wir ein uns bisher noch unbekanntes Werk von ihm 
erblicken und auf dem Grade der Lebhaftigkeit, mit welchem wir durch 
ein Bild an andere desselben Künstlers erinnert werden, beruht unsere 
Bubjective Ueberzeugung von der Originalität desselben. Daher kommt 
es, dass sich viele für grosse Kenner halten, wenn sie an der Origi- 
nslität vieler Gemälde zweifeln, was aber sehr oft blass auf ihrem 
schwachen Erinnerungsvermögen beruht. 
-Die drittelrt der Merkmale, welche L an zi anführt und die in der 
Kenritniss des Eigenthümlichen des Farbenauftrags und des Pillielilrischs 
eines jeden Meisters besteht, lernt man nur dadurch kennen, dass man 
selbst zu nialen versucht und mit eigenen Augen des Malers Bilder he- 
trachtet. Jedoch möchte es in vielen Fällen unmöglich seyn, über die 
Originalität nach der Pinlelführllng abzuurtheilen, ohne ßnerkannle 
Originale zum Vergleich bei der Hand zu haben. Q.
        

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