Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289808
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Driues 
Buch. 
Römische 
Schule. 
chen Stichen besser, als aus jedem Buche, kennen, schätzen 
und zergliedern lernen. Indem nun _so die Hülfsmittel sich 
gemehrt, die Bildung, die ehmals auf Wenige beschränkt war, 
sich in alle bürgerliche Kreise verbreitet hat, nimmt die 
Kunst, von Ehre und Interesse beseelt, einen neuen Schwung 
und Stimmung. Der Brauch, die Gemälde vor einem Volke 
auszustellen, welches den guten Gerechtigkeit wiederfahren 
lässt, und die schlechten zuweilen durch Auszischen ver- 
scheucht; die den Verdienstvollsten jedes Volks gegebenen 
Belohnungen, begleitet von gelehrten Aufsätzen und Feier- 
lichkeiten auf dem Capitol; der Glanz der heiligen Tempel, 
wie er der Hauptstadt der Christenheit ziemt, der sich mit 
den Künsten, und die Künste mit sich aufrecht erhält; die 
cinträglichen Bestellungen in und ausserhalb der Stadt, die 
Grossmuth Pius VL, des freisixmigen Beschützers der Kunst, 
und. vieler Personen, die sie fördern 13); das stete Beispiel 
der Fürsten, welche an diesem Stapelort Hofmaler und Vor- 
steher von Akademieen suchen: dies Alles erhält die Künst- 
ler und ihre Schulen in steter Bewegung und löbliehem 
hVettstreit, und führt Schritt für Schritt die Kunst auf ihre 
wahren Grundsätze zurück, zur Nachahmung der Natur und 
zu den illustern der guten Alten. Fast jede Gattung, nicht 
nur der Malerei, sondern der Künste, die unter ihr stehen, 
kann sich hier löblich üben, llliniaturixialerei, Mosaik, 'I'ape- 
tenweberei, Wachsmalerei 24). YVer die gegenwärtige Römi- 
23) Die Bilder der Villa Pinciana, wo der Fürst Bnrghese so viele 
trehliche Maler angestellt hat, sind ein Unternehmen, welches in der 
Kunstgeschichte verewigt zu werden verdient. L. 
 24) Man sehe, was wir über die XVachsnmlerei bei der Schule von 
Ferrara. sagen, wo diese Kunst durch Abt Requenu wieder heleht 
wurde. ln der lliiinisclien Schule aber hat sie sich ausgebildet. Dort 
wurde seit 1788 ein ganzes (Tabinet für die Kaiserin von Rllirhlülld 
mit Vvaizhsfarhen gemalt und im Juniuhefte des Giurnale rIi Rumq 
Nachricht davon gegeben. Hofrath Reifenstein hatte den Auftrag 
dazu , und U io. und V i n c e n z iu A ng el 0 n i fertigten das Werk 
nach Hunterbergers Zeiehnungren, Beide Künstler wurden vom 
Abt Garcia della Huerta heaufsiehtiget, welcher Bequem)": ltlrlindung 
durch seine Erfahrungen und seine Cuumzmlnrj rfclla pillura ab 
causlica de! pßnncllr) bereichert und gefördert hat. Dies gelehrte 
tVerk hat dem würdigelllff. einen lehenslängliehen Gehalt. von König 
Karl IV. Ttifitilltlllt. L,  Vergl. Goethe's liilit-l-wlulzlvirz. S. 
302 11'. "Ä
        

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