Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289790
Fünfter 
Zeitraum. 
Cortonislen. 
Maratta 
545 
Schon damals hatte man grosse Schritte zu dem neuem 
Styl der Mosaikarbeiten gethan; aber höher wurde die Kunst 
später durch.die beiden Christophe gehoben, Fabio und 
Pietro Paolo, seinen Sohn. Von diesem sind die heil. 
Petronilla nach Guercino, der heil. Hieronymus nach Do- 
meniehino, die Taufe U. H. nach Maratta. Ueber andere 
Arbeiten von ihm und seinen Nachfolgern verweise ich an die 
mchrmal angeführte Beschreibung der Gemälde in Rom. Hier 
füge ich nur hinzu, dass, nachdem die Arbeiten für die grosse 
Basilica vollendet waren, dafür gesorgt worden, dass diese 
schöne Kunst nicht aus Mangel an Bestellungen einginge, und 
dass die Kirche zu Loreto mit ähnlichen Bildern geschmückt 
worden, die in Rum gefertigt dahin gesendet wurden. 
Zu Ende dieses Buchs möchte ich gern viele lebende 
Künstler loben, welche in Rom arbeiteten, oder noch jetzt ar- 
beiten; aber alle zu nennen ist schwer, einen verschweigen 
würde Beleidigung scheinen. Vllohl kann man sagen, wenn die 
Malerei wieder aufkommt, so begann 'ihr Aufgang in Rom. 
Nie hat diese Stadt den Kunstsinn ganz verloren; auch in 
Zeiten des Verfalls hat es ihr weder an grossen Kennern, noch 
an grossen Künstlern gefehlt. Da sie die besten Quellen des 
Geschmacks in sovielen Griechischen Standbildern und Raf- 
faelschen Werken hat, so urtheilt sie leicht, {wer sich davon 
entfernt, wer ihm naht. Diese Urtheilskraft ist nur noch schär- 
fer geworden im gegenwärtigen Jahrhundert, wo man Vorur- 
thcile weniger achtet und die Vernunft mehr gebraucht.  Hütte 
man nur diesen nützlichen Grundsatz nicht auch zuweilen mis- 
braucht! Zu Bildung des Geschmacks haben Winckelmannm 
und Mengsens Schriften beigetragen, die jetzt in Aller Händen 
sind, worin, wer auch nicht Alles billigt, doch wenigstens eine 
Kunst des Denkens findet, welche den Geist erschliesst und 
Land zu entdecken befähigt. Nicht weniger haben auch die 
Gemälde im Herculanum, in den Grotten des Titus, der Villa 
Adriane, und die der schönen Nolaner Gefässe, wie andere 
dem Publicum geschenkte gewirkt. Sie haben jedes Auge 
dem Alterthum zugewendet. Hatten Mengs und Winckel- 
mann wie erstaunt die Kunst der alten Bildhauer bewundert 
und beschrieben, so konnte man die alte Malerei nach so]; 
XII 
M
        

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