Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289751
Fünfter 
Zeitraum. 
Cortonisten. 
Maratta 
541 
Bilder zu verzieren, so wie er die ihrigen mit Kindern und 
andern Figuren schmückte, wodurch sie sehr schätzbar werden. 
Der Letztere war auch Garzi's vertrauter Freund und sie 
malten einmüthig Bilder, wo jeder das machte, was er am 
besten verstand. Seipione Angelini aus Perugia, bei 
Guarienti fälschlich Angeli genannt, Wurde von Pascoli 
gleicher Geschicklichkeit wegen geriihlnt; seine Blumen schie- 
nen wie von frischem Thau benetzt. In den Denkwüriligkeiten 
von Messina finde ich, dass Agostino Sciila, als er aus 
Sicilien verbannt war, sich nach Rom begab und dort starb. 
Er vermied immer mit Figurenmalern um den Preis zu ringen 
und beschäftigte sich daher, mit steter Rücksicht, nicht viel 
genannt zu werden, mit Thiermalerei und andern niedern Gat- 
tungcn. In dieser hatten er und" sein kleinerer Bruder Gia- 
cinto viel Verdienst; Xaver, Agostinoüs Sohn, der, 
nachdem Beide gestorben waren, in Rom blieb und malte, 
glich ihnen nicht an Rufe. 
In dieser Zeit des Verfalls hob sich ein Theil der Male- 
rei sehr, die Perspcctive; und ZWIIT durch P. Andrea Poz- 
zo, einen Jesuiten aus Trcnto. Er war mehr aus eigenem 
Genius, als durch Unterricht Baukiinstler und Maler geworden. 
Sein stetes Copiren der besten Venezianer und Lombardcn hatte 
ihm ein gutes Colorit und eine genügliche Zeichnung ver- 
schafft, die er durch vieljiihrigen Aufenthalt in Rom noch ver- 
besserte. Auch hielt er sich in Genua und Turin auf, und so 
sich]; man in den beiden Hauptstädten sowol, als in dem Lande 
umher, um so schönere Bilder von ihm, als sie an Rubens 
erinnern, dessen Styl er nachzueifcrn scheint. Oclgemülde sind 
in Italien wenig von ihm, und wenig vollendet, wie der heil. 
Venantius in Ascoli, der heil. Borgia in S. Remo. Selbst der 
Ignatius in der Jesuitcnkirche zu Rom ist nicht in allen Thei- 
len gleich fleissig. Dessenungcuclntet ist er im Ganzen immer 
ein tüchtiger Maler, überlegt im Erfinden, schön in den For- 
men, im Colorit reizend und lachend, freien und fertigen Pin- 
sels. Auch seine minder vollendeten Bilder verrathen einen 
Genius. Hierüber erzählte mir P. Giulio Cordara, ein 
Wackercr Prosaiker und Dichter, eine Anekdote, die ich nicht 
verschweigen will. .Als nämlich ein berühmter Kiinstler ersucht 
wurde, einen andern lgnatius zu malen, antwortete er, weder
        

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