Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1289749
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Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
liehem Geschmack, doch an Richtigkeit der Zeichnung, Colo- 
rit und jener natürlichen Anmuth ihm nachsteht, welche gleich- 
am das attische Salz dieser stummen Poesie ist. 
Von wem Antonio-Amorosi, gebürtig aus der Co- 
munanza, und GhezzPs Landsmann, ja sogar Mitschüler in 
des Ritters Ginseppe Schule, die Kunst erlernt, weiss ich" 
nicht; wohl aber, dass er in seiner Art gleich witzig, zuweilen 
satyrisch ist. Wie Ghezzi, malte er Kirchenbilder, die im 
Wegweiser durch Kam angeführt werden; doch leistete er 
darin nicht soviel, als in Bambocciaten, wo er ein Niederliin- 
der scheinen würde, wäre nur seine Farbe lichter. Minder be- 
kannt ist er in der Hauptstadt, als im Piceno, wo man ihn 
in mehrern Sammlungen findet, und auch in dem Wegweiser 
durch Ascoli. Auch jenseits der Alpen war er beliebt, indem 
er das gemeine Volk darstellte, besonders, wie es in Gasthäu- 
sern und auch im Freien nmherschwürmt, wo er denn sein ihm 
nie versagcndes 'l'alent als Bauten-, Landsehafts- und 'l'hier-. 
maler bewährte. 
Arcangelo Resani, ein Römer, Boncu0re's Schii- 
ler, malte Thicre sehr geschmackvoll und gesellte Figuren, 
oder halbe Figuren dazu, wozu er gleich glückliches 'l'alen1; 
hatte. In der lllediceischeanj Gallerie ist sein Bildnis, darauf 
eine Probe der Kunst, worin er stärker war, nämlich einige 
todte 'l'hiere. So setzte Nuzzi Blumen und andere Land- 
schaften dazu. , 
Blumen- und Fruchtmaler, sehr nach der Natur, war 
Carlo Voglar, oder Carlo da' fiori, der auch todte 
Thiere trefflich malte. Sein Nebenbuhler hierin, der noch 
sinnreieher Krystallen und Bildnisse hinzusetzte, auch sie 
als guter Figurenmaler anordnete, war Franceseo Var- 
netam, mit Zunamen Deprait, d. i. tüchtig, brav. Nach- 
dem dieser sich in Rom niedergelassen und mehrere Jahre dort; 
gelebt hatte", ward er kaiserlicher Hofmaler und starb in Wien, 
von wo aus er seine Malereien durch ganz Deutschland rühm- 
lichst verbreitet hatte. Zu_ beider eben Genannten Zeit war 
auch Christian Bern etz (aus Hamburg) in Ansehen, der, 
nachdem der Erste gestorben, der Zweite fortgegilngen War, 
in Rom der Erste in dieser Gattung von Malerei blieb. Alle 
Drei waren dem Maratta bekannt, und er brauchte sie, seine
        

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